Hibbelhaufen

9. Januar – der erste Schultag

meine Schüler und ich sahen dem mit gemischten gefühlen entgegen, wahrscheinlich haben sie die Schule aber auch so erschöpft verlassen wie ich. Nach drei Wochen Ferien mit Feiertagsstress, Familienbesuchen, zehnstündigen Zugfahrten und ewigen Vorbereitung teilte mein Wecker mir um 6.55 mit, dass meine Nacht nun zu ende sei. Da ich mich schon eine Stunde vorher mit meinem Nasenspray unterhalten hatte, schnappte ich mir meinen wild schimpfenden Handywecker und schlich mich aus dem zimmer. Wie auf automodus machte ich mich fertig und fand sogar noch zeit spontan ein paar extrablätter für die lieben Schülerlein auszudrucken. Auf dem Weg zur Schule waren die Augen wie Tellerdeckel. Unverschämte Uhrzeit. Sollte ich tatsächlich schon um 9 vor den Kindern stehen und was schlaues über fabeln erzählen? Fabeln waren mir egal, fabeln sind auch den kindern egal. Ich habe in all den monaten nicht eine Fabel gelesen die irgendwie ansprechend war. seufz.

Nach einiger zeit am Drucker, mit Klebeband an den Händen und verschiedenen schnellschneide-dingen bewaffnet machte ich es mir im lehrerzimmer gemütlich, mit der festen Meinung noch eine viertel stunde relaxen zu können. HA! denkste…klingeling, Stunde! Ui verdammt, Schule ist nicht Uni und hier geht die Lektion wirklich schon 9,00 los. Jetzt heisst es nur noch Sachen raffen und das Schulzimmer stürmen.

Oben angekommen schauen mich nicht etwa 18 neugierige Kindergesichter an, weit gefehlt als  ich prustend oben an komme sind alle am durcheinander rennen, reden, schubsen.
Na das kann ja heiter werden.

Zwei anstrengende, turbulente und aufregende Stunden später kämpfe ich mich weiter in das Musikzimmer, mittlerweile fühle ich mich mehr wie ein Löwendompteur als wie ein lehrer. einen speziellen Freund habe ich schon, seinen Namen weiss ich immer noch nicht budhi oder so heisst der Scherzkeks  mit der grossen Klappe. Budhi hat einen Cousin in der gleichen Klasse…ein ruhiges Gewässer mit unergründlichen Tiefen. Obwohl weit getrennt voneinander schaffen sie es eine Unruhe in die klasse zu stopfen mit der es ein überbrodelnder Hexentopf wird.

budhi wird es mir morgen schwer machen wenn ich wieder mit meinen interessanten Fabeln anrücke, in Musik habe ich ihn vom klavier zur Schreibarbeit gesteckt…coole Lehrer machen das garantiert nicht.

Morgen kommt ein neuer Tag und damit vielleicht auch neues Glück

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