eine seltsame Einladung

He Mr. D was ist denn mit dir los?
gerötete augen starren an mir vorbei, während er es kaum schafft seinen Kopf von der Tischplatte zu lösen. Sein dezentes *Schnief* war mein Zeichen mich mit ihm zu beschäftigen. „ja, Sie. Nichts, alles in Ordnung.“ Krächz und blinzel. Hm was soll ich jetzt davon halten? entweder ist er totmüde, abgrundtief traurig oder masslos erschöpft. Fakt war, dass ich ihn heute nicht gebrauchen konnte. Auf der suche nach dem zweiten Motor der Klasse viel mir auf wie bemerkenswert durchlöchert die Bankreihen heute aussahen. Mr. P fehlte o.Ô Was war denn hier nur los? Einer ausgeknockt fast unter der Bank und einer erst gar nicht angekommen. Frl.M entschied sich auch gegen unsere gemeinsamen 90minuten. wir beide hatten uns noch nie getroffen, laut schulklatsch hatte man sie schon seid mehr als 3 monaten nicht mehr näher am Schulgelände gesehen als beim gegenüberliegenden einkaufmarkt. Das die Schule nicht eingriff war mir ein rätsel, Schulpflicht oder was? Naja, leicht reduziert in der Anzahl versuchten wir das beste aus dem Tag zu machen. Ich kultivierte die bekannte Übung von „Erzähl was du gestern gemacht hast“ und wies dabei ca zwölfzig mal auf unsere ausgemachten Kriterien mit denen ich sie bald schon bewerten werde. Nach drei sehr traurigen und desillusionierenden Geschichten kam der Knüller. Mr T ist mein Sprachrohr in der Klasse. Auf humorvolle und leicht selbstdarstellerische Art. Und er ist ein Entertainer der ganz besonderen Art. Nach einigen Lachern hatte auch Mr. D sich von seiner Tischplatte erhoben und wir lachten fast Tränen als  wir einen Vergleich zwischen der angebeteten Freundin und Jacki Chan aufgetischt bekamen. Schon lätuete es zur Pause und  sofort stand eben noch erwähnte Freundin in seinem Arm und beide beschlagnahmten die Fensterbank. Während ich das Chaos beaufsichtigte und mich über meine ganz eigenen freien 5 minuten freute wurde ich ungewollt mitten in eine Diskussion über Actionfilme verwickelt. Mr.T bezog mich doch tatsächlich in seine Pausengespräche mit ein. Nach wilden Vergleichen zwischen verschiedenen schauspielern stellte er erfreut fest, das wir einen ähnlichen Filmgeschmack hätten (der meinung war ich noch nicht so wirklich)dann kam die alles entscheidenden Frage:
„Was halten sie eigentlich von Bollywood?!“ Er machte ein gesicht wie ein angeschossenes Tier und guckte bewusst angestrengt an seiner angebeteten vorbei, die sich in seinem Arm umgedreht hatte. Mein eigener GEsichtsausdruck war wohl selbsterklärend und so stiess er ein Jubelgeheul aus.
„Sie wollen Sie das nächste mal mit uns ins kino gehen?  Wär sicher lustig!“
„Ähm ne du, lass mal.“ Ganz abgesehen von den offensichtlichen Schwierigkeiten, wenn ich mich mit meinen Schülern zu einem Kinoabend treffen würde, hatte ich die leichten bedenken mit spontaner Taubheit geschlagen zu werden wenn er im kino auch nur halb so viel erzählt wie bei mir im Unterricht.

Sein Gesicht zu sehen, wenn ich die einladung tatsächlich akzeptiert hätte wäre das aber fast wert gewesen 😀

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