Streetparade …oder viele nackte Ärsche

Streetparade stellte sich als grosses Gedränge heraus. Wer schon mal Terry Pratchetts „Scheibenwelt“ gelesen hat,weiss, dass ein Gedränge etwas lebendiges ist. Hier verhielt es sich wie ein interaktiver, wabbelnder, lauter und sehr nackter Abklatsch von „Das verrückte Labyrinth“. Wege die man sich plant und mit denen man rechnet verschwinden plötzlich. Man hastet immer einem Ziel hinterher. Schiebt man auf der einen Seite jemanden in das Gedränge rein, fällt auf der anderen Seite jemand raus. Wenn man aber den richtigen Bonus zieht, kann eine Kurzzeithilfe gewährt werden.

Zürich verwandelte sich heute für die Dauer eines Tages in Ankh-Morpork. Alles an Regaln, Sitten und öffentlichen Verkehrsmitteln wurde über den Haufen gewurfen und ein fröhliches, sehr sehr schmutziges Fest bahnte sich seinen weg. Die Presse schrieb „In Sachen Kleidung ist von alltäglich bis zombiehaft alles möglich…“ vergas dabei aber den anscheinend wahnsinnig umfangreichen Schatz an Reizwäsche der schweizer (und internationalen) Damen. Alles was die Brustwarzen verdeckte war schon recht züchtig und Hösschen offenbarten sich nicht nur in Neon, sondern auch in Rüschen, Lack und Minimalismus. Männer waren vorzugsweise oben-ohne und noch betrunkener als ihre Begleiterinnen.
All das rangierte zwischen sehr ansehnlich, gut in Szene gesetzt und waszumteufelbistdu, wobei es natürlich noch WTF-Ausnahmen gab die wir z.B. dem nackten alten und sehr verschrumpelten alten Mann zugestehen mussten, der sich hinter dem letzten Paradewagen durch Gedränge schob.
Die Musik war nicht so sehr meins, der Beat war meiner Meinung nach da aber die Melodie ist irgendwo verloren gegangen. Aber darüber lässt sich ja auch streiten. Lustig war aber das allgemeine Arme-hoch-reissen sobald ein Wagen kam. Lange haben wirs aber dann doch nciht ausgehalten und sind heim gegangen. Dazu war ein streckenmässig kurzer aber zeitmässig endloser Weg nötig, bei dem ich mehr Körperkontackt zu spüren bekam als in den letzten 5 Jahren. Ein Dank an alle Frauen deren Brust ich spontan in der schiebenden Hand hielt, allen Männern die sich als Wellenbrecher zur Verfügung stellten und natürlich auch den Betrunkenen deren zerbrochene Flaschen an meinem Stiefeln klebten.

Dabei muss aber immer gesagt werden, das alle Leute die mich einfach so grundlos spontan auf der Strasse angesprochen haben sehr nett waren und auch im grössten Gedränge platz für ein Bitte, Danke, entschuldigung-dass-meine-Bauchtasche-an-deiner-Strumpfhose-hängt geblieben ist. Streetparade scheint irgendwie ganz cool aber wo die vielen Menschen dann wieder hin gehen ist mir schleierhaft.

Morgen mehr zum Geburtstag vom Freund, dafür  muss ich aber erst noch Fotos sichten und den Tag beenden.

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Eine Antwort zu “Streetparade …oder viele nackte Ärsche

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