ungebetener Besuch

Meine Güte.

Es hat tatsächlich bis jetzt halb zwei gedauert, dass ich mich in mein Bettchen legen konnte. Und warum? Keine Filmmarathons oder spannende bücher die ausgelesen werden mussten. Nein. Über meiner Schlafzimmertür sass eine Spinne. Wohlgemerkt sass sie innen im Zimmer über der Tür. Und da meine ich nicht irgendeine Spinne sondern die Mutter aller Spinnen die der Freund hier schon ausgelöscht hat. Da sie im Zimmer drin war, hätte ich sie in meiner Nachtblindheit auch gar nicht gesehen und wahrscheinlich nur meine üblichen Alpträume gehabt. Aber nein, Madame sitzt genau da wo meine kurzsichtigen Augen sie beim iiiiiiin das Schlafzimmer gehen gerade noch aus den Blickwinkeln erhaschen. Ein wahres „Ätsche bätsche“ war das!

Problem nr. 1: Ich bin IM Zimmer. Die Spinne auch.
Heisst ich müsste unter der Spinne wieder durchgehen, um aus dem Raum raus zu kommen. Also bitte…Nein! BLind vor mich hinblinzelnd behielt ich das Tier im Blick und überdachte meine Möglichkeiten. Fliehen, in der Stube schlafen, spontaner Auszug, hier drin sitzen bleiben und schlafen gehen während das Tier hier drin ist (HAHA!), erschlagen, staubsauben.
Ja wirklich, staubsaugen.
Der Freund ist mit der Taktik immer gut gefahren und meint, dass die Viecher den Nicht überleben, weil wir so ein Ding mit ohne Beutel haben und sie so direkt an die Staubsaugerbauchwand klatschen. (Negative, verleumderische oder mitleidige Kommentare und Erfahrungen dazu nicht erwünscht…Sie sterben!) Während ich das so rasend schnell vor mich hindachte, halluzinierte ich kurzzeitig, dass die Spinne sich abseilen würde, meinte sie in meinem Wahn auf dem Boden krabbelnd, sprang in bester Weitsprungleistung mitten auf unser Bett (genau, was für eine Hürde für eine entschlossene Spinne!) und hyperventilierte erst mal eine Runde bis mir klar wurde, dass ich ja gar nicht wirklich sehen konnte, wo die is. Nach entschlossenem Atmen und Starren erwies sich das Krabbelding als wieder an der Decke über der Tür.
Mein Problem war noch nicht gelöst aber es hatten sich ein duzend neu wartend in die Ecke meines Unterbewusstseins gestellt, um sich bemerkbar zu machen. Da an Schlafen nicht zu denken war riskierte ich einen todesmutigen Spurt raus auf unseren Flur und hätte dabei wohl auch noch Usain Bolt geschlagen (ausser er hat auch was gegen Spinnen). Allerdings hätte Bolt die Spinne auch für mich umbringen können eh er mir erklärt, was er halb zwei nachts in meinem Schlafzimmer hinter der Tür tut…alles zweitrangig, aber es hätte n Kaffee für die Leistung gegeben.

Problem nr. 2: Jetzt bin ich draussen und die Spinne drin. Ich will aber da rein.
Was mach ich nur mit dem Vieh ohne nah ran zu müssen. Abklatschen wäre mir am liebsten gewesen, da ich allerdings fest davon überzeugt bin, dass jede entkommene Spinne mit drei grossen Brüdern wieder kommt wollte ich das Risiko nicht eingehen. Vielleicht würde sie sich auch auf meinen Kopf fallen lassen und dann müsste ich nackt und schreiend durchs Haus laufen bis sich jemand erbarmt und mir beim hinterherlaufen den Kopf schert. Der Staubsauger war attraktiv aber dann musste ich das Ding MIT der Spinne ja auch wieder zurück tragen…Oh mann, seid ich mit dem Freund zusammenwohne musste ich mich solchen beklemmenden Problemen nicht mehr stellen -.-
Mitten drin dachte ich tatsächlich darüber nach, meine Nachbarschaftlichen Bekanntschaften hier im Haus auszubauen: „Ja hallo, ich bin die aus Nr. x und bringe ihnen mal ein Tässchen Zuckern, man weiss ja nie wann man das braucht. Ach und hätten sie gerade einen Mann bei der Hand, der mal eben meine Spinne wegsaugt?!“
Ich entschied mich für den Staubsauger, schon allein weil es sich besser anfühlt gegen das blutrünstge Monster etwas in der Hand zu haben, das man notfalls schreiend von sich werfen kann.

Problem nr. 3: Der Staubsauger
Alles installiert Strom getestet, Fusseln entfern, damit sie nicht weich landet…und wer geht jetzt rein und staubsaugt das Teil? Egal wie sehr uns das internet in unseren aufgeklärten Zeiten auch hilft, so was muss man immer noch allein machen. Immerhin kam mir der Kammerjäger jetzt doch ein bisschen unsinnig vor so lange sie sich nicht bewegte.
Zu meiner eigenen Schande muss ich gestehen, dass es tatsächlich 20 min dauerte, eh ich mich auch traute den Staubsauger anzumachen. mit Trockenübungen im Flur habe ich vorher abgeschätzt wie nah ich an das ungeheuer ran muss. Mittlerweile sah ich auch wieder, damit ich den Feind nicht aus den Augen lassen musste.
Als ich mich mit einem inneren Kriegsschrei schliesslich auf sie stürzte, …war sie weg. „Staubsauger, staubsauger, staubsauger…“ brabbelte mein Verschrecktes inneres Kind und hoffte auf einen schmerzhaften aber effektiven Tod. Den laufenden Sauger schob ich vor mir her in die Kammer („Alles tod, nichts kann krabbeln, alles tos, nichts kann….“) schaltete alles ab und warf die tür hinter mir zu.
Da Spinnen unberechenbar sind, kontrollierte ich mit einer Fliegenklatsche, ob sie auch nirgendwo hinterm Schrank vorspringen würde und „HAB ICH DICH!“ rufen würde.

Problem nr.4: Einschlafen
Woooar, so aufgeregt war ich nicht mal zur letzten Musikprüfung. Meine Güte aber auch. Das Fazit: Ich brauche neue Insektengitter. Das vom Freund fachmännisch aber leider erfolglos reparierte Netz macht es anscheinend nicht, wenn solche riiiiiesen Wesen da durch kommen.bin aufgedreht wie nach 18 Kaffee. Morgen guck ich in das Zimmer, bevor die Linsen rauskommen.
Jetzt muss ich nur  noch die Tür zu machen.
Uff bin ich plötzlich müde. Müde aber aufgedreht.

PS. Freund komm doch mal hier her ^^

Knisterbunt ende.

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Eine Antwort zu “ungebetener Besuch

  1. Pingback: Wenn der Freund mich für blöde hält | knisterbunt

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