Buongiorno…

Beim Aufwachen erwartete mich ein düster grauer erster Eindruck. Oh nein, und das in meinen Ferien? Sofort habe ich die bodentiefen Fenster aufgerissen, um die Wolken missmutig anzustarren. Dabei stellte es sich aber als stinknormales und recht warmes Hinterhofwetter heraus. Strahlend blauer Himmel und Tonleiterübungen begrüssten uns an diesem Toscanatag.
In Hinblick auf unseren mehr als leeren Kühlschrank machten wir uns auf eine Expedition zum örtlichen Supermarkt. Das leuchtenden Ding haben wir schon auf der Hinfahrt gesehen und mussten jetzt nur noch rauskriegen, wo wir auf der Suche nach einem Parkplatz überhaupt lang gefahren sind. Einmal rund um die Stadt gelaufen deckten wir uns für Eventualitäten ein und mussten unseren Pärchenhaushalt erst mal zusammenraufen. Schwer beladen gings heim, um sich von diesem ganzen Stress zu erholen. Mittagsschläfchen und Lesepausen wurden die ganze Woche über sehr geschätzt. Unterbrochen wurde die Idylle durch herzhaftes Fluchen und am Internet rumprobieren.
Gut dass wir uns schon vorher entschieden hatten, die Vermieterin anzurufen. Mails liessen sich schliesslich schwer schreiben. Kaum bei uns angekommen, stellten wir ihr erst mal das Problem des unauffindbaren Grills vor. Entschlossen spazierte sie in unsere Abstellkammer, aber wenn der Grill keine Tarnfunktion hat, hätten wir ihn dort gefunden. Verwirrt kletterte die nette Dame in Kostüm und Pumps die Leiter hoch und hangelte Richtung versteckter Stauraum. Aus meinem Rückzugsort im Schlafzimmer beobachte ich das Spektakel und sehe die Jungs verzweifelten Smaltalk in italienisch-Englisch-Deutsch machen. Laut „Cazzo!“ murmelnd tigerten sie alle durch die Wohnung wie ein aufgescheuchter Schwarm Entenküken. Lisa flüchtete mit mir vom Schlafzimmer in den Garten und amüsierte sich köstlich.
Nachdem Mutter und eilig hinzugezogener Sohn hilflos abgezogen sind, liefen wir gestaffelt zum neuen Gelatimann unseres Vertrauen. Da gabs sooooooooolche Waffeln und dann natürlich sooooooooolche Eisportionen! Nicht so langweilige, wie bei uns, die man mit dem runden Eislöffel ausstanzt, sonder richtige Berge die mit einer Kelle festgepappt wurde! Und was es da nicht alles leckeres gab…Limone, Melone, weisser Pfirsisch, Fruti die Bosko, Pistazie, Cookie, Anis, helle-dunkle-mittlere Schokolade, Nutella und viele viele mehr. Ich denke ja, dass uns der Gelatimann nach zwei Tagen kannte. Schliesslich waren ja nicht sooo viele Urlauber zu viert mit zwei rothaarigen Mädchen unterwegs.
Die anderen beiden Täubchen stiefelten noch auf einen bewachsenen Turm und liessen ihren Blick über die Stadt schweifen. Am Abend fanden wir auch so schnell ein neues Restaurant, dass wir annahmen, sie hätten es bereits auf dem Turm ausgespäht. Lucca hat so eine Art Amphietheater und in der Mitte sind überall Restaurants, dort verspeisste ich die dritte Pizza in nur zwei Tagen. Der zweite Besuch beim Gelatimann zeigte sich auch hier als wunderbarer Einfall. Ganz klar, dass so ein Tag nur durch Indie abgerundet werden konnte.

Irgendwie macht es Spass den Urlaub noch mal fest zu halten. Da haben wir vier was zu lesen, wenn wir irgendwann wieder auf die Idee kommen zusammen weg zu fahren. Übrigens wurde mir heute der link zur gestern erwähnten wunderbaren Gaststätte zugespielt. Sie heisst Antico Sigillo und sollte von allen Lucca-Urlaubern besucht werden. Werbung Ende.

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