Vorlesungsmitschrift

Freitag morgen um 8.30 Uhr. 25 Studenten leicht verwirrt im nicht zu lüftenden Hörsaal. Vorlesung. Vor 15 min waren alle noch minder motiviert und schrieben fleissig Protokoll, schon jetzt sieht man ein anderes Bild. Die Hälfte hat abgehängt und schaut nur noch mit leerem Blick nach vorn oder tut irgendwas anderes, Fotos schauen, Emails schreiben, Facebook checken, Kreuzworträtsel lösen…oder Blog schreiben. Jawoll, ich gehöre zum abgehängtem Teil. Der Dozent ist wirklich nett und sein Weltwissen ist enorm, aber bei seinen Erklärungen kann ich einfach nicht folgen. Mitschriften arten immer in Romanen aus, da er alle Punkte mit hundert Nebensätzen und Exkursen in andere Bereiche erklärt. Zäsur, Protosozialprodukt, 75,79, 61 werden parallel behandelt, Konjunktureinbrüche, Erziehung, Yuppies und Weltkriegskatastrophen werden zu einem einzigen Gematsch antiautoritärer Vorstellungen. Verwirrt? Ich auch. „Die Schweiz im kurzen 20. Jh“ ist das eigentliche Thema, weiss er das?

Momentan funktioniert mein Internet in der Uni wieder, ich bin gespannt bis wann. Die Woche hing ich in einem mystischen Mac-Problem fest, da mein liebster Laptop sich nicht mehr ins Uni-Wlan einloggte sondern mit nur noch ein trotziges „Zeitüberschreitung“ entgegen warf. Nichts zu machen, auch gutes Zureden half da nicht weiter. Der Freund wurde auch nicht schlau daraus und im Netz fand sich zwar das gleiche Problem sehr häufig wieder aber eine funktionierende Lösung hatte niemand anzubieten. Der Freund setzte jedoch irgendwo ein Häckchen neu und schickte mich zum ausprobieren. Der erste Versuch war niederschmetternd (8 Stunden Mentorat sind ohne Netz kaum auszuhalten!) also raffte ich mich auf und versuchte es einfach trotzig weiter. 1man, 2mal, 3mal…immer mit dem selben Passwort immer mit dem selben internet. Und schau da, plötzlich geht es! Warum, bitte?! Egal, feine Sache. Hoffenltich hält das und verschwindet nicht in ner Stunde wieder.

Der herzige Dozent macht jetzt Pause und erkundigt sich noch ob seine VL für uns in Ordnung ist…was soll man da sagen, hä?
Aber er macht es schon gut, ihm ist nur ein bisschen schwer zu folgen. Vor der Prüfung bricht bei seinen Unterlagen immer das Chaos aus, so dass man sich die wilden Mitschriften der anderen Studenten gegenseitig zuschickt. Aber bis jetzt gingen alle Prüfungen gut.

Da läuft die Uni seid einer knappen Woche wieder und es ist tatsächlich noch nichts spannendes passiert. Die ersten Stunden sind immer organisatorisch angelegt, so dass man schon mal die Agenda mit Terminen füllen kann, aber mehr nicht. Ein paar spannende Fächer sind immerhin aufgetaucht. Tanz, Dirigieren, Literatur und Animation machen einen ersten interessanten Eindruck. Neben denen steht mein letztes Klaviersemester auf dem Plan. Mein armer Lehrer. Manche selbstgewählten Lieder mache ich ja wirklich gern. Aber den Bluesquatsch mag ich gar nicht, mit einem Intro stehe ich auf Kriegsfuss und die alten Lieder müsste ich noch einmal neu aufarbeiten. Pffff. Hoffentlich sieht der Klaviermensch da mehr Fortschritte als ich, sonst werden das deprimierende 30 Minuten.

Oh, es geht weiter…

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