Deutsch, Schweiz, französisch

Am Samstag machte ich eine interessante Bekanntschaft. Mitten in der Stadt wurde ich von einer wildfremden Frau aufgegabelt und im Auto zum Ort meiner Wahl kutschiert. Verrückt? I think so.

Nach einem kohlenhydratreichen Frühstück machten wir uns auf die Suche nach einer Halle für den Freund. Der Freund war überhaupt der Grund für diesen Kurztripp und ich nur zu Dekozwecken dabei. Das freundliche aber gelangweilte Navi führte uns zu einem riesigen Schild, so dass wir unser Ziel nicht verfehlen konnten. Nachdem ich den Freund abgeliefert hatte und einige der Spielkollegen begrüsste, machte ich mich vom Acker. Dass ich dabei in die falsche Richtung lief und der ausgesuchte Bus (der nur einmal in der Stunde fährt) mir somit entgegen kam war doof. kurz entschlossen drehte ich um und entschied mich die von SBB und Googlemaps angegebenen 30 Minuten zu Fuss zu bewältigen. Schliesslich hatte ich den ganzen Tag Zeit, der Freund hatte halb Acht als Abholzeit angegeben. Einige Kneipenstrasse später stand ich vor einem kleinen Platz mit 3 Geschäften und suchte die Stadt. Schliesslich hatte Googlemaps mir eine riesige Stadt angezeigt und unglaubliche Shoppingmöglichkeiten versprochen. Ein ernüchterndes Gespräch mit der einzigen Englisch sprechenden Kassiererin später, schaute ich mich auf dem Platz neu um und entdeckte 3 weitere Geschäfte. Shopping war hier wohl ein unangemessener Begriff. Bummeln trifft es eher. Bedingt durch die wenigen Alternativen gondelte ich also durch die Läden und versuchte mir in Umkleidekabinen und Schreibwarenabteilungen die Zeit zu vertreiben. Der andauernde Regen machte den Aufenthalt draussen auch nicht gerade attraktiver. Als ich irgendwann mitten in einer Unterführung die Orientierung verlor, entschied ich mich spontan den Freund zum Mittagessen abzuholen. Die Frage war, ob ich es in einer viertel Stunde schaffen würde meinen Ausgangspunkt wieder zu finden. Mit fünf möglichen Unterführungsausgängen leicht überfordert, befragte ich die erste Person, die meinen Weg kreuzte. Keine einfache Sache für mich, bisher hatten es mir die Walliser mit ihrer Sprache nicht gerade einfach gemacht. Die Meisten sprachen weniger Englisch als ein japanischer Papagei und forderten all meine gestikulierenden Fähigkeiten. (Im Nachhinein denke ich, dass Einige, besonders die Jüngeren, mich schon verstanden hätten aber sich einfach so über meine Erklärungsversuche amüsiert haben…) Dazu muss ich sagen, dass ich es mir schnell abgewöhnt habe zu SAGEN wo ich hin wollte. Googlemaps war hier mein Freund, so dass ich auf die Strasse und den Namen zeigen konnte. Mein Ziel war die „Rue de Loèche“, genau so hätte ich Urdeutscher das auch gesagt…gut, dass ich mich schriftlich verständigen konnte, sonst wäre ich noch drei Stunden später rumgeirrt. Mit einem Blick auf die Adresse und den Dauerregen hatte aber schon die zweite Dame Erbarmen mit mir. In recht flüssigem Englisch bot sie mir an to „pick you up“ Sie kannte die Strasse und wollte mich mitnehmen. Ja wo gibts denn so was? Überrumpelt schaute ich sie mir genauer an, um mögliche Mordabsichten von vornherein einzugrenzen und liess mich mitnehmen. Meine Güte, schliesslich sind doch schon meine Eltern per Anhalter gefahren und da gab es sicher genau so viele Verrückte, wie heute. In meinem Mitfahrgespräch gab ich irgendwann an meinen Boyfriend in dieser Rue treffen zu wollen. Nach einer plötzlichen abwartenden Stille schaute meine Fahrerin mich abschätzend an, als wüsste sie nicht, wie jetzt reagieren und meinte schliesslich: „Ahm, really…your girlfriend? Ahm…great.“ o.Ô Nachdem ich das Missverständnis geklärt hatte ging es noch lustig weiter und ich bin unversehrt beim Freund angekommen.

P.S. Dabei habe ich anscheinend meinen inneren Schweinehund getroffen…erschreckend

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