Ich hab den Blues

…und ausserdem Zweifel an der zentralschweizer Wirtschaft.
Passend wäre auch „Mütter klauen meinen Job“.
Besser gesagt schweizer Mütter klauen meinen Job.

Genauer?
Für mitte der Woche war mein Termin mit T. angesetzt. Hier sollte geklärt werden, ob und wie lange sie mich einstellen. Nach dem Probearbeiten war ich eigentlich positiv gestimmt. Die Arbeit war gut, ich war selbstständig, habe viel geschafft und mich mit dem Team gut vertragen, die Rückmeldung war super, sie sei sich sicher, dass ich bald von ihr höre. *strahl* Gehört habe ich von ihnen. Heute. Zwei mal rief die Dame an. Immer während Vorlesungszeiten. Aufgeregt rief ich daraufhin drei mal die Mailbox zurück eh wir uns sprechen konnten. Ja, das Probearbeiten war klasse, ich habe voll überzeugt, sehr gute Arbeit, aber… Abrupt endete mein debiles Grinsen mitten auf dem Fussgängerstreifen. Es gab ja noch viele Nebenbewerber und dabei ist eine schweizer Mutter, deren Kind im Kindergarten ist, so dass sie täglich aushelfen kann. Schweizer Mütter unterstützt man, damit sie wieder ins Berufsleben finden.
Und ich sei jetzt draussen. Schrecklich fände sie das.
Ja, hmmm ich auch.
Was kann ich dafür, dass die schweizer Mutter gerade jetzt Mutter is? Soll sich doch bitte einen Festjob suchen, ist doch besser für das Kind und alle Studenten. Dabei habe ich noch nicht mal was gegen Mütter. Mütter sind ne feine Sache und meistens amüsiere ich mich köstlich über sie. Eigentlich nervt mich das „schweizer“ am meisten. Toll, dass sie ihre Landsleute unterstützen aber auch ich muss schweizer Fleisch in schweizer Geschäften mit schweizer Preisen zahlen und hätte darum gern ein schweizer Gehalt. Dabei spreche ich doch wenigstens fliessend Deutsch, im Gegensatz zu vielen anderen Bewerbern hier. Ich weiss, es is nich mein Verdienst aber doch eine nützliche Kompetenz im Verkauf, sollte man meinen.
Naja, sollen bloss alle aufpassen, wenn ich die diversen Kindergartenkinder dann erst mal in meiner Klasse sitzen habe, ziehen wir andere Seiten auf. ^^

Grossmäulig wie immer habe ich noch dick getönt, dass ich gar nicht erst mit dem Gehalt rechne eh klar ist, ob ich den Job habe. Aber natürlich wusste ich schon genau in welche warmen Winterschuhe ich mein erstes Geld investieren würde, damit meine mit Sekundenklaber geflickten Schuhe ausdienen können.

Anscheinend muss ich mir einen neuen T. zum shoppen suchen und für den nächsten (Ferien-)Job das Projekt Kind angehen. Scheint ja bestens zu funktionieren. Was tut man nicht alles für ein wenig Geld.
Jetzt igel ich mich erst mal irgendwo ein und sonne mich in den Gedanken an eine grosse Tasse heisse Schokolade. Für 49 Tage muss ich mich wohl nicht mehr neu bewerben. Weihnachtsgeschenke gibts als das Jahr nicht, liebe Familie.

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