Zwischen Haarspray, Tanzschuhen und Adventskalender

Samstag, elf uhr, der Wecker klingelt. Stell sich einer das vor…1. Dezember, dabei ist doch gerade erst September und Semesteranfang gewesen. Pff und jetzt sinds nur noch knappe zwei Wochen, unmöglich, wie soll man denn da lernen können, wenn die Zeit so verfliegt? Nagut nein, die Uni war nicht der erste Gedanke, der galt eher dem prominent aufgehangenen Adventskalender und der zweite dem Event des (Halb-) Jahres, Polyball! Da der Kalender schon vor dem Frühstück geplündert wurde konnten wir auch noch Zeit in der Stadt verbringen, um evtl doch noch ein paar gute Ersatz-Tanz-Schuhe für mich zu finden und einen Anzugwürdigen Gürtel für den Freund zu beschaffen. Schuhe fanden wir nicht, also begnügte ich mich vorerst mit den Ballerinas zu hause, schliesslich sollten sie nur Ersatz sein, wenn ich meine Absätze nicht mehr aushalten sollte.

Kaum zu hause, folgte eine akute Lagebesprechung mit Uhrenvergleich. Wann genau wollen wir wo sein und wie is das mit den Fotos vorher, ja dafür braucht man auch Zeit, nein das Kleid ziehe ich erst 5 Minuten vor Abflug an.
So wurde 18.30 unsere Zielzeit auf die e hin zu arbeiten hiess. Planlos wuselte ich also davon, um alle möglichen und unmöglichen Puder und Tiegelchen für eine Generalüberholung bereitzustellen, man weiss ja schliesslich nie was man plötzlich brauchen könnte. Der Freund blieb ganz ruhig 18.30 los, na dann reicht es doch 17 uhr langsam Richtung Dusche zu laufen, damit 18.15 die Fotos gemacht werden können. Kein Stress, gibt ja noch ne Xbox.
Gegen 14 Uhr war ich schon zwei mal aus meinem Zimmer gewuselt, hatte alle Cremes, Puder und Makeups gegen einander abgewogen und den Freund mit „sieht das oder das besser aus?“ zur Verzweiflung getrieben.
15 Uhr geriet ich über diverse Frisurprobleme ins Grübeln und musste nach einigen Toupierpannen die unendlichen Weisheiten des Internets zu Rate ziehen, dass ich diese Weisheiten ausgerechnet bei zwei wild kichernden 14 Jährigen auf YouTube fand war mir dann schon selber peinlich. Zwischen neuen Versuchen und Selbstgesprächen riskierte der Freund mal einen Blick und verzog sich erleichtert zurück auf die Couch, nachdem ich seine Hilfe ablehnte.
Jawoll, man könnte sagen der Freund nahms gelassen. Er hat das ganze Theater ja schon zwei mal mitgemacht und wusste, dass er sich auf das Endergebnis verlassen kann. Egal obs schneit, ein Föhn fehlt, alle Feinstrumpfhosen ein Laufmasche ziehen oder spontan eine Kiste voll Haarnadeln verschwunden ist (kam alles schon vor)…das klappt schon.
16 Uhr fiel mir auf, dass es unpraktisch wäre die Frisur schon drei Stunden vor Abfahrt fertig zu machen, wo sie ja auch noch mindestens 6 weitere Stunden überleben sollte. Also liess ich sie mitten im ersten Haarspraylasigen Schritt wie sie waren und freute mich über ein Abendessen made by Freund.
17 Uhr kämpfte ich mit der Menge an Haaren und dem Lockenstab, während der Freund überlegte, ob er wirklich schon duschen sollte oder noch Zeit für eine Serie wäre.
17.30 waren alle Locken gedreht und festgesteckt, der Freund lag frisch geduscht auf dem Bett rum und informierte mich, dass es noch locker Zeit für eine Serie wäre. Während mein innerer Chaot in Ohnmacht fiel, widmete ich mich allem was keine falschen Wimpern war, da ich die im Selbstversuch schon den ganzen Tag ausprobierte.
Nach einem kurzen Diskurs zu Schmuck und seinen Möglichkeiten, warf auch der Freund sich endlich in Schale, so dass ich beruhigt meine Draussenschuhe (bei Schnee und -2 Grad hatte ich mich gegen Riemchenschuhe auf dem Weg entschieden) anzog und die festgesteckten Locken zu einer Frisur transformierte.
Mit Kleid, Frisur, Krawatte und Schuhen stellten wir uns letztendlich dem Vorher-Foto und machten uns auf den Weg merkwürdige Blicke von Passanten zu sammeln.

Was sol ich sagen, es hat sich gelohnt. Polyball ist was feines. Da die offizielle Eröffnung erst 21 Uhr war hatten wir mit den anderen Frühankömmlingen auch genügend Platz unser Tanzschulkönnen wieder auszukramen. Alles nach 21 Uhr war eher gedrängt, so dass Walzern in 2×2 Metern noch ging aber wir dann durch einige Kollisionen beim späteren Wiener Walzers das Parkett räumten. Dabei hatte ich eigentlich gehofft, dass die Tanzpaare wieder schlau genug wären in einem gemeinsamen Kreis zu walzern (wie es auch die letzten Jahre gut geklappt hat) anstatt jeder gegen jeden, wie in einer unorganisierten Tanzstunde. Aber auch wenn das schwebengefühl nicht aufkam wars wunderschön ^^ Nach einigen Stärkungen, Bekannten, Pausen und Tänzen war dann halb zwei genug und wir liefen Richtung Bahnhof, wo der Freund dann dafür sorgte das wir verpennt und mit schmerzenden Füssen heil zu hause ankamen. Der Abend (Morgen?) schloss dann mit einer heissen Schokolade im Bett und vielen neuen Erinnerungen.

Adventures

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