Schatten vor mir heisst Licht im Rücken!

Mittwoche sind eigentlich immer ganz angenehm. Der Unterricht geht dann hier nur bis Mittag und sogar wenn man noch 2 Stunden rumkopiert und korrigiert ist man vor 18 Uhr zu hause. Ich mag Mittwoche.

Heute kam Besuch Nr. 2 und brachte mich leicht aus der Fassung.  Nach beiden Gesprächen hatte ich so viel zu erzählen, dass ich meinem Praktilehrer ganz egoistisch die Vorbereitungszeit ganz stahl, um alle die Gedanken und Bemerkungen loszuwerden. Ich musste einfach wissen, auf welche Seite der Beurteilungen ich mich verlassen kann und wie es mit meiner Selbsteinschätzung steht. Völlig perplex hörte E. sich meinen leicht zusammenhangslosen Bericht an und gewann mich dann vollkommen für sich. Er schimpfte wie ein ergrauter kleiner Rohrspatz auf Leute, die in ner Stunde rund 30 Kompetenzen analysieren wollen und dann davon auf den Rest des Monats schliessen. Erst sollten sie die gleiche Aufgabe mit einer Klasse besser bewältigen! Das tröstete mich mehr, als jedes didaktische Geplapper. Meine Klassenführung war gut. Die Aufgaben waren vorher genau angeschaut wurden. Alles war zu bewältigen und vorher kontrolliert wurden. Man ahnt ja nicht wie gut so ein paar einfache Worte tun können.

Die nächste Stunde lief besser. Ich brachte viele Kommentare aus der Besprechung an, die ich für sinnvoll hielt und führte ansonsten meinen Unterricht genau so weiter wie vorher. Der E. tat mir sogar den Gefallen und schaute immer mal wieder rein, um sich einen Überblick zu machen. Es ist alles noch so gut, wie es in der ersten Stunde war. Danke lieber E. du warst heute mein Licht 🙂
Ja manchmal sind die Kiddies mir zu laut und ich interveniere sehr bestimmt. Aber meine Tollreanzschwelle hat einen ganz anderen Wert. Ich habe gerne aufgeweckte Klassen mit denen ich diskutieren kann ohne ihnen jedes Wort aus der Nase ziehen zu müssen. Ja auch ich habe nach zwei Wochen schon Lieblingsschüler (die es natürlich niiiiirgendwo gibt) denen ich wohl mehr durchgehen lasse als allen anderen. Allerdings weiss ich das und achte auf mein Handeln. Schliesslich beschäftige ich mich auch mit den schwierigen und unmotivierten Schülern. Das ist mein Job und wird später Alltag. Jawoll, ich kann damit leben.

Was ich in meinem Unterricht nicht mag, sind Gespräche über das neue Shampoo. Gruppenarbeit wo Partnerarbeit vorgegeben ist. Teenager die plötzlich aufstehen und jemanden am anderen Pult besuchen gehen. Nach einer halben Stunde noch immer die Aufgabe nicht zu kennen. Und dagegen gehe ich vor, egal von wem es kommt.
Was ich in meinem Unterricht ab und zu auch mal toleriere sind konstruktive Gespräche. Diskussionen die langsam vom alten Thema abweichen. Neue Schülerfragen aller Art. Eigene Ideen, die auch andere interessieren. Gute Laune und manchmal auch ein bisschen Stichelei. Ich freue mich schon auf morgen. Meine Klasse ist ne recht coole Bande. Klar gibts immer mal spezielle Fälle aber als Gemeinschaft sind sie mir jetzt schon ans Herz gewachsen.
Heute gab es Wochenrückblicke zu den letzten Stunden. Neben viel anderem Quatsch stand da auch: „Die Woche war es am schönsten Sie neu kennenzulernen. Irgendwie sind die noch easy und unterrichten spannender als unser alter Klassenlehrer. Weiter so…“ Gerade wegen solchen Klitzekleinigkeiten ist es kein Problem morgens wieder früh aufzustehen.

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Eine Antwort zu “Schatten vor mir heisst Licht im Rücken!

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