Auswärts

Am Donnerstag hatten wir frei. Das traf sich echt gut, denn anstatt fleissig über meinen Aufgaben zu sitzen verzog ich mich nach Konstanz. Eigentlich musste ich nur was abholen aber wenn man schon mal so weit fährt kann ich die Zeit wohl auch zum bummeln nutzen.

Noch am Dienstag hatte ich hier daheim gross getönt und dem Freund erzählt, wie unglaublich viele Schüler momentan krank sind und dass jetzt langsam auch der Lehrkörper anfängt zu schwächeln. Aber ganz unerwarteter Weise merkte ich noch nichts, obwohl ich mich sonst immer recht frühzeitig in die Halsweh-Mimosen einreihte. (Seid der Kehlkopfsache tat mein Hypochonder-Ich nichts mehr als Schupfenerscheinung ab.)
Am Mittwoch musste ich meine Einschätzung revidieren. Von uns vier Praktikanten waren jetzt drei krank, und ich gehörte dazu. Na bravo. Donnerstag stand auf der Klippe, aber was muss das muss. Also wurde früh aufgestanden anstatt ausgeruht und schneller als gedacht war ich über die Grenze, schlafen kann man schliesslich auch im Zug.

Nach unzähligen Bechern Kaffee und einigen Erledigungen fand ich mich im Eiscaffe wieder. Dort machten wir irgendwie jedes Mal halt. Vollkommen verschnupft bestellte ich mir erst mal einen grossen Eisbecher. Halsweh und Eis sollten immer kombiniert werden. Die einzige Entschuldigung die ich mir selber erzählen konnte waren die heissen Kirschen. Heisse Kirschen und Cappuchino sollten das Eis doch wohl wieder aufwiegen. Mit meinen Leckereien und einem guten Buch war die Welt doch schon ganz in Ordnung.
Am Nebentisch hatte ein Vater nicht so viel Glück. Seine beiden Kleinen erkannten gerade wie lustig manche Worte in der Öffentlichkeit sein können. Dabei war es egal ob sie 20x hintereinander Achselhaare, Fussnagel oder Entchen  sagten, es gab so unglaublich viele Betonungen, dass sich kein Ende zeigte. Aaachselhaare, Axellhaare, Achselhaaaare, Achselhaarää, Achseeelhaare, Axälharre und viele weitere Ideen. Um so mehr sie kicherten und giggerten, um so tiefer sank der Kopf des Vaters gen Tischplatte.

Auf dem Weg zum Zug (den ich um eine Minute verpasste -.-) erklärte mir dann eine vollkommen fremde Frau, dass es Ding gibt, die nur mit einer Umarmung wieder gut werden.
Kurz vorher lief ein Kind mit vollem Karacho mitten in eine Glastür und blieb lauthals heulend genau da sitzen, wo es hinfiel. Während alle drumrum laut Hachten und Achten, warteten die Eltern ein paar Schritte davor ab, was passieren würde. Als sich keine Besserung zeigte ging der Vater auf das Kind zu, welches sich sofort aufrappelte und auf ihn warf. Kaum auf dem Arm erstarb das laute Heulen zu kleinen leisen Schluchzern. Vor dem aufmerksamen Publikum  wurde das Kind gefragt, ob man ihm helfen kann aber das schniefte nur desinteressiert und vergrub die Schnoddernase zufrieden und erschöpft in Papas Hals.

Zu hause legte ich mich groggy und am Ende in mein eigenes Bettchen und wartete bis der Freund Zeit hatte mich in Arm zu nehmen, dann war alles wieder gut. Geht doch.

0cat

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