Himmel hoch jauchzend – zu Tode betrübt

…so lautete Heute das Tagesmotto für meinen letzten Praktikumstag.
Der Tag ging schon damit los, dass ich böse Lehrerin mit ihnen einen Test schrieb. Mysteriöser Weise war der Test schon seit 3 Wochen angekündigt und ist schon einmal wegen akutem Skifahren verschoben wurden. Trotzdem war die Empörung, das wir den tatsächlich schreiben, grösser als erwartet. Aber ich hatte zwei ruhige Stunden 🙂

Später wollte ich mit meinen Kleinen das Zeichentrickfilmprojekt beenden. Die Motivation war gross und alle stürzten sich mit Elan in die Arbeit. Eine halbe Stunde vor Ende brach dann das grosse Chaos aus. „Sie! Ich werde nicht fertig. Nie!“ Fünf verschiedene Erstklässler riefen mir den Spruch in verschiedenen Variationen, Tonhöhen und Lautstärken um die Ohren. Eine Notfalllösung musste her und jetzt habe ich 750 Trickfilmzeichnungen zu mir nach hause geschleppt. Jawoll die müssen alle digitalisiert, verfilmt und verknüpft werden….faules Pack, aber was tut man nicht alles.
Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt

Die Mittagspause wurde dem Abschlussgespräch geopfert. Kurz vor Ende der Pause fielen förmlich ein paar meiner Schülerlein ins Zimmer. Die Gymi-Prüfung war bestanden!!! Juhu was haben wir uns gefreut. Natürlich erst mal ganz förmlich gratuliert und dann nach Details gelöchert. Jetzt geht also die obere Spitze der Klasse ab Sommer in eine andere Schule. Manchen gönne ich es von Herzen, anderen nicht. Aber jubelnd und jauchzend wie wir waren, kamen wir schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen an. Ein heulendes Elend schob sich in unser Besprechungszimmer und setzte sich leise schniefend an einen Tisch. Nicht alle hatten es geschafft. Mein kleines Liebchen, das wochenlang auf den Termin zitterte, mir diverse Motivationsschreiben zur Kontrolle gab, die Einzige, die trotz Prüfung in die Schule kam. Am liebsten hätte ich sie mit Schokolade vollgestopft und unaufhörlich geknuddelt. Aber ganz Lehrperson waren ausser lieb gemeinte Worte und einem aufmunternden (haha) Händedruck nicht viel drin. Oh menno.
Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt.

Am Ende des (Arbeits-) Tags stand dann nicht nur ein Berg von Korrekturarbeiten auf meinem Platz sondern auch eine grosse Aperoplatte im Lehrerzimmer. Gemeinsam sitzen, die Woche abfallen lassen und dann mit grossen Worten von allen verabschieden. Lehrersein ist doch gar nicht so schlimm, wie man im Unterricht manchmal denkt. Danke für die schönen acht Wochen, jetzt geht die Uni wieder los.
Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt

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