Cojones?

Ein Tag vor Ostern! Mein inneres Kind hüpft von einem Bein aufs andere, es ist Zeit zum Eier färben! Die ersten Farben dafür habe ich schon vor rund einem Monat gekauft, um auch ja welche aus Vorrat zu haben. Man weiss ja nie. Am liebsten würde ich überall grünes Papiergras verstreuen und quietsch gelbe Küken in Kresseschalen setzen. Kresse, früher hatten wir da einen Ton-Igel für, dem sind dann die Kressestacheln gewachsen. Letztes Jahr gab es Eierköpfe mit Grasfrisur und dieses Jahr endlich eigene Kresseversuche.
Das Wetter dämpfte meine Vorfreude ein wenig, bei dem doofen Regen-Schnee-Nebel-Wetter kann man ja nichts finden! Also fing ich beim letzten Backen an die benötigten Eier auszublasen, damit ich die auf der sicheren Seite habe, sonst gibts wieder tagelang Rührei. Besagte Eier wurden dann heute über 99.5 km in Ländle transportiert. Hier erwartete mich schon etwas Unvorhergesehenes. Jede menge Eier, fertig gefärbt. Hmpf. Einen kurzen Moment stand ich etwas hilflos mit meinen Farben und Stiften im Weg rum, bis ich mich entschloss erst mal mit den leeren Eier anzufangen. So hatte ich genug meditative Zeit mir einen Plan zurecht zu legen. Gerettet wurde ich dann vom Freund, der kurzer Hand die Oma einspannte. Omas haben da nicht so viele gefärbte Eier aber noch genug Traditionsbewusstsein und Freude, um sich solchen Vorhaben zu öffnen.
Mit anfänglichen sechs und späteren zehn Eiern machte ich mich auf den Weg zum waschen, färben, Strähnchen setzen,…nein Quatsch: kochen, färben, Akzente geben. Ohne Wasserfarben dafür mit Stiften und Färbeplättchen war ich in meinem Element und heraus kam so ungefähr das:

 

Fazit sind meine immer noch bunten Finger und eine erfreute Oma. Der Freund wollte sich dieses Jahr nicht mit solchen kindischen uninteressanten Sachen beschäftigen und muss nun eben davon lesen. Aber bei den Fotos war er mein Lichtbringer, darum sind wir ihm nicht böse. Oben sieht man meine pummeligen Disney Prinzessinen, für mich is total klar, wer wer ist, aber ich gebe das zum raten frei :p

Mir fällt allerdings immer mehr auf, wie sehr mir diese Angewohnheiten von früher fehlen. Als meine Gechwister noch kleiner waren habe ich immer mit der Mama zusammen Eier gefärbt, am Abend, wenn keiner es gemerkt hat. Ausgeblasene Eier wurden in einem Familienevent gemeinsam gestaltet. Oft gab es noch diverse Bastelein von Körbchen über Eierwärmer hin zu Postkarten war alles vertreten. Mitten in der Nacht ging es zur Frühmesse, die zwar stink langweilig und einschläfernd war, aber dazu gehörte. Normalerweise ging es dann heim zum grossen Osterfrühstück mit allerlei süssen und eiigen Sachen, die letzten Male fand das allerdings im Rahmen der Gemeinde gleich nach der Kirche statt. Das hat mich nicht so überzeugt. Zu Ostern gehört dann natürlich auch das Osterbrot mit dem man sich voll stopfen konnte! Das allgemeine Suchen war eigentlich gar nicht meine Hauptbestandteil von Ostern, ich suche meine Geschenke nicht os gern, weil ich meistens drei bis vier mal daran vorbei laufe, auch wenn es offensichtlich vor mir steht. Aber die Sachen verstecken und sich Strategien oder Tipps überlegen war super. Verstecke vom Papa wurden immer erst in luftigen Baumwipfeln gesucht, da  man hier einschlägige Erfahrungen gemacht hatte. Meine eigenen Dinge fanden sich meistens unter Blumentöpfen oder in Sträucher, weil ich da wegen den Spinnen (!!!) nie reingucken geschweige denn reingreifen wollte. Offensichtliche Dinge waren nie für mich gedacht, schliesslich sollte man den kleinen eine Chance geben. Und regelmässig, wie geplant, fehlte uns am Ende der Sucherei mindestens ein farbiges Ei, das nicht mehr aufzufinden war. (Langsam steigt bei mir die Überzeugung, dass der Papa die während dem Verstecken aufass.) Der andere Teil war die anderen Familienmitglieder beim suchen zu beobachten, herrlich ^^

Also, morgen ist Ostern. Von unseren schönen Gewohnheiten konnte ich nur wenig mitnehmen. Den Freund habe ich genötigt was für die Familie zu besorgen, gegenseitig bedenken wir uns auch. Ostern soll ja mit Kleinigkeiten glänzen…bin nicht sicher ob wir uns dem beide bewusst sein 🙂 In die Kirche wir schon jetzt gegangen, halb neun fehlt mir da das Besondere, ich gehe nicht mit. Ausser der Oma sind sonst auch alle noch hier. Morgen besucht man die angeheiratete Verwandtschaft, aber nicht so sehr um Ostern zu feiern, sondern eher um sich mal wieder zu sehen. Osterlich werden morgen evtl. Schokoostereier. Wir werden sehen, ich berichte!

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