Klappe die Vierte

Gestern wars so weit. Wie die letzten drei Jahre machten wir uns für den Polyball fertig und wie jedes Mal habe ich mich schon zu Unzeiten vorher darauf gefreut. Der Freund teilt das nicht ganz. Tatsächlich habe ich jedes Jahr das Gefühl, dass er darauf wartet, ob ich es vergesse. zu viele Leute und zu wenig Platz sind dafür wohl ausschlaggebend. Dieses Jahr lief meiner Meinung nach viel gelassener und routinierter ab als die vorherigen. Der Freund hat sich zu diesem Eindruck noch nicht abschliessend geäussert. Aber wir hatten nach einem späten Frühstück noch die Zeit für einen Shoppingtrip auf dem ich eigentlich Gelkissen für meine verjährten Riemchenschuhe wollte und mit komplett neuen Schuhe ging. Der Freund sponserte diese als vorgezogenes Nikolausgeschenk (und das noch im November!). Seit Monaten war ich auf der Suche nach  Ersatz, musste aber aus preislichen Gründen resignieren. Im Laden stand ich schliesslich zwischen einem eleganten, hübschen aber evtl. unpraktischen Paar und einem soliden, praktischen, netten Paar. Nachdem die Verkäuferin um eine zweite Meinung behelligt und in Diskussionen verstrickt wurde entschieden der Freund und ich mich für das solide Paar, da es sofort, über längere Zeit tanzbar sein sollte. Die hübschen sind dann ein Goodie, wenns Gehalt gibt ^^

Schon zwei Tage vorher habe ich im weltweiten Netz nach Frisurdingern geguckt, die für mich und mein Kleid in Frage kämen. Gestern vormittag sortierte ich die schönen von den machbaren und probierte mal ein bisschen rum.  Zu 70% vom späteren Gelingen überzeugt setzte ich mich unter Wasser…das trocknet schon! Während der Freund seine Samstagssdinge tat verschob ich meinen Badinhalt in mein Zimmer, stellte fest, dass das Licht ungünstig war und schob alles wieder zurück. Aber ohne jede Hektik, dieses Mal hatten wir die Zeit im Griff. Der Freund bespielte sein Ipad und ich setzte mich mit den Geheimnissen von Foundation, Concealer und Puder auseinander. Allerdings war keins davon so widerspenstig, wie die neuen falschen Wimpern. Nachdem meine eigenen Wimpern und Finger voll verklebt waren suchte ich den Restkleber vom letzten Jahr. Der hatte sich bewährt. Und schwupps beim ersten Versuch hats geklappt und die aufkeimende Hysterie verschwand spurlos, es war sogar noch Zeit für eine entspannte Stärkung. Danach konnte ich mich spontan nicht mehr zwischen Locken oder feststecken nach dem Toupieren entscheiden, verwarf beides und blieb bei untoupierten, offenen aber gelockten Haaren, da der Freund das bevorzug 🙂 Erst während meiner Odysee mit dem Lockenstab begab sich der Freund gemütlich Richtung Badezimmer, kein Stress war wohl das Motto! Nach der obligatorischen Schmuckwahl, dem Kleidritual und den Vorherfotos samt  draussen Schuhen machten wir uns auf den Weg, um die Passanten mit unserem Dresscode zu verwirren.

Dieses Jahr kamen wir sogar zum Tanzen! Der Freund fasste sich ein Herz und walzerte mit mir in jedem sich bietenden Zwischenraum. Vor ewigen Zeiten hatte ich das als Wunsch für den Abend geäussert und der Freund hats sich gemerkt. Es war traumhaft. Wir gesellten uns sogar zu einer stattfindenden Tanzstunde, um uns am Ende hoffnungslos zu verwirren. Wir sahen an dem Abend nicht nur King Kong im Kino (um die Füsse zu erholen), sondern auch Herr Bitter, die Big Band, Swing, die Ernie Band, the royal flush, die Polyband und tanzquotient. Gemeinsam stiessen wir mit Prickelsekt auf die sehr gut bestandene Masterarbeit an und feierten die abgeschlossene Studienzeit (nie wieder Uni, wenns wie geplant läuft o.Ô ). Wie liessen uns etwas amateurhaft fotografieren und liefen dem Bild eine gefühlte Stunde hinterher. Der Freund beendete die Jagd nach süssen Desserts mit einem kalten Orangensaft, da man sich entschied der ewigen Anstehschlange nicht beizutreten. Wir bewunderten und belästerten hunderte von Outfits und gingen schliesslich auf den ersten/letzten Zug Richtung Heimat. Man soll aufhören wenn es am Schönsten ist … oder am vollsten.

Es war ein toller Abend, der im Zug tatsächlich mit einer süssen Überraschung ausklang und heute in mein erstes Kalendertürchen am ersten Advent mündete.

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