Wertvorstellungen

Im Gespräch mit einem Oberstufenschüler, wir sind an einer Privatschule, kein Gymnasium sondern normale Mittelschule – Berufswahl ist gerade Thema aber der wichtigste Punkt ist immer der Lohn:

OS: Sie, verdienen Sie als Lehrer eigentlich gut?
LP: Ja, ich denke schon.
OS: Also können Sie sich eine Wohnung leisten?
LP: Na klar, denkst du ich wohne nebenan auf dem Campingplatz? Meine Wohnung ist schön und ich habe genug Platz.
OS: Ja aber wohnen Sie da alleine?
LP: Ne, mit meinem Freund.
OS: Also könnten Sie sich alleine die Wohnung nicht leisten?
LP: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht, vielleicht schon, wenn es sein müsste, aber mir wäre das zuviel.
OS: Aber Sie verdienen gut?
LP: Joar, nicht übermässig, aber ganz gut.
OS: Also reden wir von einem sechsstelligen Bereich.
LP: … … Ähm, nein.
OS: Aber fünfstellig ist er schon, oder?
LP: Halt, reden wir von monatlich oder jährlich?
OS: Na also bitte, monatlich natürlich!
LP: *lacht* Nein, das wäre dann wohl doch etwas übertrieben. Ich bin ja kein Banker oder Politiker sondern normaler Arbeitnehmer, da verdient man nicht mal eben fünfstellig im Monat.
OS: *mustert mich* Aha, na meine Mutter die hat das schon, die kriegt 17000 den Monat.
LP: *lacht nicht mehr* Ach, …, na das ist ja schön für deine Mutter.
OS: Ja, aber das geht nur, so lange sie weniger verdient als mein Vater, das ist dem wichtig. Also drunter nehme ich dann wohl auch keinen Job an!
LP geht schweigend ab.

0think

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Eine Antwort zu “Wertvorstellungen

  1. Geld ist nicht ALLES! „Beruf“ hat doch was mit Berufung zu tun und man muß sein Leben lang arbeiten. So sollte es einen schon auch ein wenig erfüllen.
    Ein volles Bankkonto erfüllt mich auch, trotzdem denke ich, dass dein OS schon ein bisschen dekatent daher kommt. Er sollte sich auf seine Schule konzentrieren und Arzt werden, dann kann er den Menschen in Liberia helfen. Denen geht es nicht um´s Geld, sondern ums nackte Leben.
    In den reichen Finanzländern sollte man den kommenden Generationen mehr soziales Bewußtsein vermitteln. Es ist nicht selbstverständlich sich an einen gedeckten Tisch zu setzen. Dein OS hatte Glück, dass er zufällig an solch einem Ort zur welt gekommen ist und kann sich glücklich schätzen.
    Du hast alles richtig gemacht und kannst stolz sein auf „Deiner Hände Arbeit“!
    Gruß uns Kuß Mama

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