Umzugswahnsinn

Nach monatelanger, was sage ich, jahrelanger Suche haben wir uns vor einiger Zeit endlich für eine Wohnung entschieden. Der Umzug an sich ist erst in ein paar Monaten aber schon jetzt stecken wir bis zum Hals in den Aufgaben, die so ein Umzug mit sich bringt.

Da wir ausserhalb unserer Frist ausziehen müssen wir uns um einen Nachmieter kümmern, was an sich kein Problem sein sollte. Die aktuelle Wohnung ist schön und hat einige einzigartige Aspekte, weswegen wir ja so lange eine andere/gleichwertige Wohnung gesucht haben. Nur leider ist es mit so einer kleinen Anzeige nicht getan. Tatsächlich verbrachten wir den Grossteil unserer Zeit erst einmal damit vor der Anzeige aufzuräumen, schliesslich braucht man ja Fotos. Jetzt versteht mich nicht falsch, wir sind keine Messis und wohnen auch nicht in Müll und Verwahrlosung, trotzdem wollten wir unsere Wohnung so nicht fotografieren. Also nutzten wir den letzten gemeinsamen Urlaubstag für eine grobe Grundreinigung, für Fotos kann man den ein oder anderen Wäschekorb ja auch mal aus dem Zimmer schieben oder das Büro halt von der Seite fotografieren, wo man den kippenden Papierstapel nicht sieht.

Danach also die Anzeige schalten. Hierfür muss man wahnsinnig viele Angaben machen, die für so eine Anzeige ja alle gut und recht sind aber aus dem eben verräumten Unterlagen erst mal wieder rausgesucht werden müssen.
Keine halbe Stunde nachdem die Anzeige freigeschaltet war hatten wir auch schon die ersten Anrufe, Bewerbungen und natürlich Besichtigungstermine. Diese legten wir auf „morgen“, denn da war Wochenende.

Wer hätte es gedacht, aber auch den Samstag verbrachten wir wieder mit putzen. Jetzt mussten all die Stellen gemacht werden, die man auf den Fotos ausleuchten oder verbergen konnte. Da ich nun selber schon eine Menge Wohnungen besichtigt hatte, wusste ich worauf wir schauen musste und der Freund gab die männliche Meinung dazu ab. Die gucken ja auf ganz andere Dinge! Und was soll ich sagen, wir haben geputzt als ob die Schwiegermutter auf Besuch kommen würde. Sicher kennen wir das alle, diese kleine Panik, wenn die Eltern sich ankündigen. (Nochmals zur Erinnerung, wir sind ein normaler Haushalt!) Klar würden Interessenten unsere Fensterbretter nicht mit dem weissen Handschuh nachfahren, aber eine gepflegte und saubere Wohnung macht einen ganz anderen Eindruck, denke ich.

Auch der Sonntag war von den drohenden Besichtigungen überschattet, man traute sich kaum irgendwo zu kochen oder Papierkram zu machen. (Die Hälfte des Papierkrams ist nun übrigens unauffindbar, da wir ihn irgendwann optisch verträglich verteilt haben…) Tatsächlich haben wir früh morgens sogar das Bett gemacht und eine Stunde vorher nicht mehr auf dem Sofa gesessen, um nichts durcheinander zu bringen. Ja bitte, man nennt das doch schon etwas paranoid, oder?
Nunja, wir haben uns Abends also aus der Haushose in die gute Jeans gequetscht und bei jedem Besucher gehofft, dass gerade kein Zug vor der Wohnung durchfährt.

Die Tage waren gefüllt mit Offerten für Umzugsunternehmen, Putzfirmen und Malermeinungen. Die Leute bieten alle kurze sofortige Onlinofferten an…- und rufen dann an, weil sie die Wohnung besichtigen wollen, um sich ein Bild davon zu machen!! Wieder Besucher, wieder verplante Termine und blockierte Zeitfenster. Schliesslich kommen die nicht alle miteinander 😦

Langsam merke ich, wie mir die Zeit durch die Finger rinnt. Meine langersehnten Ferien sind schon zur Hälfte um und zur anderen Hälfte voll mit Wohnungsmenschen für die ich vor Ort sein muss. Dabei habe ich noch nichts für mich gemacht oder auch nur an Schulaufgaben/Pläne/Vorbereitungen gedacht. Soll dieser Wahnsinn jetzt noch die nächsten Monate weiter gehen?

Liebe Grüsse tot von der Couch, in einer Stunde ist der nächste Termin. Und ich muss noch aufräumen 🙂

0Haushalt

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Eine Antwort zu “Umzugswahnsinn

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