Die Qual der Wahl

Wenn man um seine Meinung gefragt wird ist das im ersten Moment etwas tolles. Schliesslich heisst das, man kennt sich wo aus und seine Meinung hat anscheinend etwas Gewicht. Schmeichelhaft.
Anstrengend wird es meiner Meinung dann, wenn die zusammengetragenen oder bekannten Fakten, die man weitergibt, in Frage gestellt oder hinterfragt werden.

Angenommen, da meldet sich ein junges Mädchen und fragt welches Lebensmittel ihrem Energiehaushalt und ihrer Entwicklung am besten tun, wenn sie heute den ganzen Tag körperlich schwer anpacken muss. Zur Auswahl stellt sie uns Knäckebrot, zwei Äpfel oder eine kalte Büchse Bohnen.
Meine Antwort wäre, dass ich keins der drei Optimal finde und sie sich doch beim Stand nebenan lieber ein Schnitzel mit Kartoffeln holen sollte. Das Knäckebrot entspricht einem Bissen Pappe, sättigt zwar temporär gibt aber keine Energie für einen Tag, der Apfel ist zwar gesund (und sonst sind Vitamine immer eine gute Wahl) aber eindeutig zu wenig, die Büchse kalte Bohnen ist ja eine nette Idee, aber sie hat keinen Dosenöffner und wer isst heute noch einfach so matschige Bohnen?
Meine Idee wird in Frage gestellt, indem sie mir sofort mitteilt, die beiden Äpfel sein jetzt während ich geschrieben habe von ihr aussortiert wurden. Zu teuer. Mit ihren 80 Euro Essengeld möchte sie nicht so viel Geld für Essen ausgeben, deswegen kommt auch das Schnitzel gar nicht erst in Frage.
Da versucht man es nochmal. Vielleicht ist ja was nicht angekommen: Das Schnitzel ist warm, es hat eine Gemüsebeilage, du magst doch Fleisch, es gibt einen Mädchenrabatt und wir drei hier drüben essen auch gerade eins, setz dich zu uns.
Nein.
Also die Wahl zwischen Regen oder Traufe. Ich versuche meine Standpunkt klar zu machen, schliesslich hat man mich meines Wissens und nicht meiner Schuhgrösse wegen gefragt.
Meine Erklärung, dass Pappe nicht genug Power bringt und kalte Blechbohnen quasi veraltet sind (man denke an die Spätfolgen!) stösst auf taube Ohren. Letztendlich wird noch ein Semiprofessioneller und eine neutrale Meinung dazugezogen. Beide sagen über einige Ecken, dass es ja ihre Entscheidung ist was sie essen, ausgeben, an Kraft haben will.

Das Ende vom Lied: Das junge Mädchen ist bockig, sagt niemand braucht 988 kilojoul Energie und kauft doch einfach das billigste Knäckebrot, was sie auch ohne drei Stunden Diskussion und Heckmeck hätte machen können.
Hätte! Ich rate immer noch zum Schnitzel!

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