Wie ich heute zum bügeln kam

Bügeln. Pfff, kurz nachdem ich meinen eigenen Haushalt hatte war ich der Meinung, dass da ein Bügeleisen dazugehört. Is doch klar: Waschmaschiene, Wäscheständer, Bügelbrett, Bügeleisen – so sieht doch ein anständiger Haushalt aus, dachte ich.
Später zogen zwei Haushalte zusammen und der Freund sollte auf Arbeit auch mal ein Hemd anziehen. Ha, dachte ich, da muss man bügeln! Also Hemden gekauft, wild geflucht, ein oder zwei mal bei der Schwiegermutter geklagt und danach die Wäsche sehr konsequent und gerade aufgehängt. Ausserdem kauften wir sogenannte „knitterfreie“ Hemden!
Mit der Zeit durfte der Freund in Flipflop und Jogginghose auf Arbeit gehen und das Bügeleisen zog in die Abstellkammer. Beim nächsten Umzug fand es seinen Platz gleich direkt im Keller. (Warum wir aber das Bügelbrett mit in die Wohnung nahmen ist mir nicht ganz klar ^^)

Doch heute – bämm-  ging ich auf die suche nach dem längst verschollenen Stück. Schuld daran war ausgerechnet Zalando. Weil die kleine Kugel nicht mehr so bequem in alle Sachen passt hatte ich ja bereits einiges aussortiert. Dass die meiste Umstandsmode hässlich ist hatte ich bereits festgestellt und mich danach zwei Stunden online und schliesslich auf Zalando vergraben. Resultat war ein Paket mit netten Sachen. Leider gefiel mir bis auf die (zufällig reingeworfene) Unterwäsche nichts, so dass ich Tshirts, kurze Hosen, Shirts und Pullover (Winder is comming, und so) wieder einpackte und grummelnd im Karton beliess. Besonders schade war es für ein schönes Oberteil, dass einfach in der Raffnung besonders unvorteilhaft, man könnte schon sagen vulgär, gefaltet war. Zuerst erlag ich einem Lachflash, dann einem ungläubigen Starren und schliesslich einem kichernden Rumgehopse, als ich es dem Freund vorführen wollte. Ausgerechnet dieser Freund riet mir dazu das Debakel einfach rauszubügeln. Rausbügeln! Haha.

Heute machte ich das Paket reisefertig und trauerte dem schönen Oberteil hinterher. Kurz vor Deckelschluss dachte ich mir jedoch, „Was solls?“ und suchte das Bügeleisen. Ich wusste ja wir haben eins. Was wir nicht mehr hatten, was destilliertes Wasser, ging aber auch ohne. Nach einigem Hin und her bügelte ich also an dem Shirt rum.  Dort eine Falte weg, da etwas rumgebügelt, Vorderseite und Hinterseite – blabla. Nach ein paar kritischen Minuten vor dem Spiegel die Überzeugung, so kann ich das tragen!
Nun habe ich nach dem ganzen Heckmeck, lachen, überlegen, grübeln, suchen und bügeln also doch noch ein passendes Oberteil gefunden. War auch gar nicht umständlich 🙂

Das Paket geht jetzt erst morgen raus. Heute schaue ich fix im Schrank, ob noch irgendwelche knittrigen Sachen drin liegen, sonst wanderte das Bügeleisen wieder auf seinen Platz im Keller.

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