Der schlimmste Geburtstag bisher

Geburtstage sind etwas tolles! Ja, ich gebe es zu, ich bin ein totaler Geburtstagsfan!! Ich mag die Girlanden, den Kuchen, die Geschenke, dass dich jeder mit einem Lächeln grüsst, die Menschen an dem Tag nett zu dir sind und sich Gedanken gemacht haben, womit sie dir eine Freude bereiten könnten.
Schon als ich noch zuhause wohnte, waren Geburtstage etwas besonderes. Alle Familienmitglieder standen vor dir auf, der am Abend vorbereitete Gabentisch war noch geheim, überall hingen bunte Girlanden und ein Strauss Blumen schmückte die ganze Szene. Am Nachmittag kam dann meistens noch ein Geburtstagskuchen dazu, entweder besonders fantasievoll gestaltet oder sogar geschmacklich nach Wunsch des Geburtstagskindes. Begrüsst wurde man mit einem Geburtstagslied, Glückwünschen und lieben Umarmungen. Je nach Wochentag unternahm man am Nachmittag gemeinsam etwas oder ging am Abend essen.

Lebt man 730km von seiner Familie weg, ändern sich solche Rituale und Bräuche. Genau solche musste ich mir zu Beginn mit dem Freund erst mal zusammenstellen, denn bei dem lief das gaaanz anders: Von aussen betrachtet schien es wie ein normaler Tag, man gratulierte per Telefon und ass zusammen Kuchen wenn man sich das nächste Mal traf, für grosse Kinder gab es Geldgeschenke zum selber auswählen und alles in Allem war es sehr unaufgeregt. Und nun kam ich mit meinen Girlanden und dem Kuchen unterm Arm!
Aber der Freund war dafür zu begeistern! Zwar würde er nie zugeben, dass es ihm wichtig ist aber man sieht wie sehr er sich freut, wenn Kuchen, Blumen und Deko da sind…nur gesungen wird nicht (so ein Solokonzert ist ja auch blöd).

Nun hibbelte ich schon zwei Tage vorher meinem Geburtstag entgegen. Der Freund hatte Grosses geplant und sich sogar extra frei genommen, Mittags sollte ich hübsch rausgeputzt zu einem unbekannten Treffen erscheinen. Jippie!
Nachdem wir früh ins Bett gingen und noch Scherze übers nächtliche Gratulieren machten, begann mein Geburtstag tatsächlich damit, dass der Freund mich weckte.

„Sorry, ich bin krank und gehe lieber ins Gästezimmer schlafen. Ach ja, Alles Gute zum Geburtstag.“

Noch hoffte ich auf eine kleine Erkältung und keine oder nur geringe Auswirkungen auf meinen Tag. Leider sah das unser Baby anders und auch er meldete sich ab 2:30 Uhr krank. Weinen, jammern, Husten, Tragen, Schlafentzug…meinen Geburtstag hatte ich mir anders vorgestellt. Der Freund meldete sich am nächsten Morgen gleich komplett krank und sah auch nicht so aus als könnte man ihr vor die Türe lassen. Dem Zwerg gings tagsüber wieder besser und so ging ich auf Arbeit und er zur Kita. Die Lunchüberraschung sagte der Freund ab. Chic rausputzen musste ich mich also nicht. Auch das Treffen am Mittag war abgesagt, …mein Tag bekam erste Risse.
In der Schule noch unbekannt bei den Schülern und dem Team, musste ich leider auf Gratulationen verzichten. Auf dem Weg zur Kita und zurück kam mir das erste Mal der Gedanke „Heute ist wie jeder andere Tag auch“. Aber noch gab ich mich nicht geschlagen, versuchte den freien Nachmittag zu geniessen. Schliesslich hatte sich der Freund hochgequält und ein paar Girlanden verteilt und Geschenke verpackt! Diese typischen 10 Minuten, waren die schönsten am ganzen Tag. Denn als der Freund wieder ins Bett ging und ich allein mit mir im Wohnzimmer blieb, fiel mir nichts besseres ein als Fernsehen und bügeln. Tschja. Geburtstag und so.

Fünf Minuten bevor ich das Baby abholen wollte, zogen plötzlich die Wolken zu und nach heissen 30 Grad fiel uns jetzt der Himmel auf den Kopf. Mit Unwetter, Regengüssen, Blitz und Donner. Also wartete ich kurz ab, zog mich schliesslich aber regenfest an und holte unseren Liebling. Das nun folgende war der Tiefpunkt des Tages.
Klatschnass am Bahnhof angekommen quetschten wir uns in den Bus. Schon hier musste ich das vor Hunger brüllende Kind beruhigen, nur 6 Minuten, dann wären wir daheim. Wir setzen uns und sahen zu wie der bus voller und voller wurde. Leute schimpften über den (leeren) Kinderwagen und warfen dem weinenden Baby genervte Blicke zu. Da wir in 15 Minuten schliesslich nicht eine Station weit gekommen waren sah ich mich gezwungen ihn vor Ort zu stillen, das 6 Minuten Versprechen konnte ich nicht einlösen. Auch hier wieder Blicke, jetzt alles von neugierig bis empört. Fast eine dreiviertel Stunde brauchten wir nach hause. Eine Station vor unserer versuchte ich uns fertig zu machen. Das Baby in die Trage binden ohne an die Leute zu stossen, die keinen Zentimeter zurückwichen. Schliesslich aufstehen und zum Kinderwagen kämpfen. Da niemand mir zur Hand ging musste ich von der Vorderseite des Wagens aus probieren die Bremse zu lösen und schob dann, aus Mangel an Geduld, den Wagen einfach Richtung Tür als der Bus hielt. Man kann es sich nicht vorstellen, aber niemand machte Platz. In meiner Trage ein weinendes Kind, im Arm die nasse Regenjacke und vor mir der eingekeilte Wagen. Schlieslich stiegen Passanten aus und ich bat sie um Hilfe…war ich doch an der Fussseite des Wagens. Die Hilfe bestand darin, dass sie vor der Tür zur Seite traten und den Wagen kopfüber aus dem Bus rollen liessen. Da standen wir beide nun, sammelten den umgefallenen Wagen ein, ich versuchte das Baby vor den Sinntfluten von oben zu schützen und gleichzeitig die Jacke über uns zu halten. Meine Meinung über die wieder einsteigenden oder schlimmer noch, neugierig schauenden, Menschen hätte tiefer nicht sein können. Den Tränen nah sortierte ich uns notdürftig unter dem Bushaltestellendach und heulte mich schliesslich beim Freund aus.

Um den Tag zu retten wollten wir beim liebsten Pizzakurier Essen bestellen. Nun ja, der stand in genau dem Stau aus dem ich gerade kam. Auf der Autobahn war eine Unterführung geflutet. Nun ja, keine Pizza in Aussicht.*
Das Baby ningelte, der Freund kränkelt, der Geburtstag geht vorbei. Klar wollen wir die nächsten Tage alles nachholen! Schade nur, dass alle Freunde und Bekannte schon verbucht waren. Kein gemeinsames Brunchen, kein treffen, nicht mal zwischen drin Kuchen essen. (Wir hatten keinen Kuchen.)
Am Abend schlief der Freund gleich getrennt von uns und das Baby begann halb zwölf zu husten. Nachtruhe gab es dieses Mal nicht, der Nachwuchs schlief nur aufrecht auf meinem Arm, einmal gab ich Alarm, weil der Wichtel nicht mehr richtig atmete und ich Unterstützung vom Freund brauchte. Die Überlegung ins Spital zu fahren stand im Raum wurde aber aufgelöst. Kurz vor 6 musste der Freund dann, egal wie krank, aufs Baby aufpassen damit ich kurz schlafen konnte.

Mein grosser Tag begann und endete also mit einem kranken Freund und einem kranken, nicht schlafenden Baby. Juhu, ein Jahr älter!
Aber immerhin, nächstes Jahr wirds besser.

 

*Später am Abend konnten wir die immerhin nachholen!

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Der böse Mann und die unverschämten Frauen

Heute im Bus habe ich ihn getroffen, den bösen Mann. Der Freund findet es immer doof, wenn ich Leute nach den ersten 2 Minuten als doof, süss oder böse kategorisiere aber hier war es ein ganz eindeutiger und einfacher Fall. Um so erschreckender, dass es gleich mehrere an einem Tag waren.

Wir alle sassen in einem mässig vollen Bus, es gab noch genug freie Plätze überall. Für ihn die drei weiteren Plätze des Vierers und für mich die Zuschauerbank direkt dahinter. Zum „wir“ gehört auch eine junge Mutter mit ihrem kleinen Mädchen auf dem benachbarten Vierersitz. Die Hautfarbe, die Haare und auch die Kleidung der Mutter (Mädchen in herzig pinktem Tüllröckchen) zeigten bereits an, dass sie kulturell einen anderen Hintergrund hatte. Das ist hier so weit nicht ungewöhnlich, an manchen Morgen denke ich sogar mehr Englisch als Deutsch im Zug zu hören. Nun fing das Mädchen an sich mit der Mutter zu unterhalten, fragt mich bloss nicht in welcher Sprache, es war keine mir geläufige und die unüberhörbare Babysprache von Pinki machte das „Lauschen“ nicht einfacher. Das Kind quasselte und plapperte, zeigte auf jeden Baum und sicher auf 50 verschiedene Dinge von denen ich nicht wusste was gemeint war. Der Mann vor mir wohl auch nicht und das störte ihn. Er fing an laut vor sich hin zu murmeln und warf immer wieder böse Blicke und Gesten über den Gang. Die Beiden ignorierten ihn gekonnt, da gerade ein Bekannter einstieg und sich zu ihnen setzte. Sofort begann Pinki zu fremdeln, steckte sich die ganze Faust in den Mund und gab nur noch einzelne Wörter immer wieder zu wiederholen. Die beiden Erwachsenen unterhielten sich derweil prächtig in ihrer ungewohnten Sprache.
In der Mitte der Fahrt war das Eis wohl gebrochen, der Mann unterhielt sich angestrengt dechiffrierend mit dem Mädchen, das immer wieder aufgeregt aus unserem Fenster zeigte. Plötzlich wedelte der andere „böse“ Mann mit den Händen und stampfte mit dem Fuss auf, wie wenn man ein zudringliches Tier verscheuchen wollte. Das Immigrantensaupack, dass nur von seinen Steuern hier lebte und sicher nicht mal das Busticket bezahlt hätte, solle endlich Deutsch lernen, niemand wolle hier ihre unanständige Sprache aus der Wildnis. Das und weitere wüste Sachen sprudelte er der kleinen Gruppe entgegen, verschreckte das kleine Mädchen mit jedem lauten Satz mehr und machte so Hühner-scheuch-Bewegungen. Als niemand von ihnen Anstalten machte aus dem fahrenden Bus zu springen, setzte er sich laut zeternd in die Bank genau vor ihnen und wollte „Jetzt aber nicht mit dem Lärm gestört werden!“ Der Mann schaute frustriert, die Frau streichelte erschrocken das Mädchen, welches sich auf ihren Schoss verkrochen hatte. Das Beide mit dem Kind dann drei Stationen später im gleichen Quartier wie ich ausstiegen, fand ich sehr bezeichnend, denn von Luft und Liebe  oder auch nur einem Sozialzuschuss kann man hier beim besten Willen nicht leben.

Ein ähnlich anstössiges Beispiel, aber auf einem ganz anderen Level gaben mir ein paar (unverschämte) Mütter auf. In der grossen Pause sind unsere Junges auf dem Bolzplatz. Das ist gut so, denn hier werden sie viel Energie, Alphagehabe und Mädchenimponieren los, dass wir sonst im Klassenzimmer hatten.Während meiner letzten Aufsicht standen im Kleinkinderbereich (Sandkasten, Kletterschiff, Rutschbahn) fünf Mütter rum und liessen ihre Kinder nach der Schule und ausserhalb dem Schulgelände toben. Auch toll, Spiel und spass für alle. Als sich mit zwei Mütter näherte und wissen wollten, ob ich hier wohl Lehrerin wäre, dachte ich erst mal „Oh weh, hoffentlich ist nichts kaputt gegangen. So zimperlich sind meine da ja nicht.“ Aber nein, sie wollte mir unbedingt von gestern erzählen. Da waren sie nämlich mit ihren Kindern auch hier und die haben die grossen Fussballspielen gesehen und wollte dann natürlich auch. Die Mütter also hin zu meinen 16jährigen Fussballmachos und fragen, ob sie den Ball (der gerade mitten im Spiel war) für ihre Kinder leihen dürfte. Wie nicht anders erwartet und ganz natürlich, sagten meine einfach nein und spielten weiter. So weit so normal, kein Grund mich zu sorgen sondern eher zu schmunzeln.
Halt, falsche Reaktion! Die Mütter waren empört. Schliesslich gingen ihre Kinder in unserer Schule in die Kita und würden somit zur Schule gehören, also dürfen sie doch wohl das Material der Schule mitbenutzen. Was das denn für Umgangsformen sind und wenn das die Kinder der Oberstufe sind dann machen sie sich schon Gedanken was für einen Einfluss die auf ihre lieben Kleinen (die sich gerade mit der Schippe schlugen) haben würden (keinen). Der Hinweis, dass es ein privater Ball ist und die Jugendlichen sie ja gar nicht kannten zählte nicht. Und die schreckliche Lehrerin gestern habe die Kinder nicht mal verwarnt oder zur Entschuldigung angehalten. Nein, Recht habe sie ihnen gegeben, das muss man sich mal vorstellen! Das Ende vom Lied: Egal wie ich ihnen versuchte klar zu machen, dass die Oberstufe etwas rabiater ist, sich auspowert und dazu den selbstmitgebrachten Ball braucht, weil sie sonst nicht spielen können (logisch) – brachte nichts. So unpolite Jugendliche, ob wir die von der Gemeinde zugeteilt bekommen würden, schliesslich kennt man ja diese schwer erziehbaren oder unsozialen Kinder, die nirgendwo gewollte sind wegen ihrem schlimmen Verhalten. So unhöflich und gar nicht zuvorkommend, pah.
Nein, das sind alles normale Kinder, die freiwillig hier sind und deren Eltern sehr viel in ihre Bildung investieren. Schliesslich seien ihre Kidner ja auch an dieser Schule, sie kenne ja das Klientel, war mein Apell, der ungehört verhallte.

Sie werde sich das merken für die Schulleitung, und sowieso habe wegen diesem Vorfall heute jedes der Kinder (5) einen eigenen Ball dabei. Nicht dass es aussieht als wären sie auf uns angewiesen, ihrem Mann gehöre nämlich da die Restaurant-Kette.

Uff, damit beendete ich die Pause frühzeitig und somit auch das Gespräch. Wer weiss ob ich Alexander-Felix Jordan, der gerade Sand aus einem Eimer ass, ohne sich um den Haufen Bälle neben ihm zu kümmern, sonst nicht mein Beileid ausgesprochen hätte.

Das Märchen vom guten Arbeitgeber

Lange wars hier ruhig. In der Zeit ist mal gar nichts passiert (kein Grund zu Schreiben) und dann wieder so viel auf einmal (keine Zeit zum Schreiben). Das Wichtigste voraus: Ich bin wieder auf Stellensuche und mit dem lokalen Mutterschutz bzw. dem Verhalten den Arbeitgeber nicht zufrieden. Genau darum soll es in dem heutigen kleinen Märchen auch gehen:

Eines schönen Tages trug es sich zu, dass die Frau des Softwareentwicklers ihr Kind  in die Kita geben wollte. Dies war mit ihrem Herrn vor dem Mutterschutz abgesprochen und auch befürwortet wurden.  So machten sich der Softwareentwickler und die Frau also auf die Suche nach den höchst raren Kita-Plätzen und wurden nach fast einem Jahr endlich überraschend fündig. Eine gute Fee versprach ihnen gegen enorme Bezahlung einen Platz für den Jüngling.
Da die Eltern ihr Kind auch gerne etwas für sich haben wollten sprach die Frau des Softwareentwicklers bei ihrem Herrn vor und vereinbarte (früher als verlangt) eine brauchbare Lösung. Die gute Fee versprach auf den Jüngling zu achten, der Herr versprach die Entlohnung der Frau und gemeinsam versprachen der Softwareentwickler und seine Frau dafür die enormen Kosten der Fee zu decken. Alle freuten sich ihres Lebens und genossen die glückliche Fügung.

Das klingt doch so weit so gut, aber wie in allen Märchen kommt jetzt die grosse Wendung.

So wurde die Frau des Softwareentwicklers plötzlich von einem netten Gesellen gewarnt, dass der Herr ein falsches Spiel treiben würde und sie des Hofs verweisen wolle. Ganz aufgescheucht informierte sich die Frau bei Advokaten, Gelehrten und anderen Mit-Frauen – ging jedoch gemischter Gefühle zu einem spontanen Treffen und hoffte auf ein Missverständnis.
„Sie stellte sich gar freundlich, o Hänsel, welche Not!“ Ah, falsches Lied…
Betont joval und freundschaftlich begann nun das Gespräch, vor dem sich die Frau des Softwareentwicklers fürchtete. Es seien zu wenig Kunden am Hofe, deswegen gibt es hier keine Arbeit mehr für sie, nur aus purer Herzensgüte dürfe sie einmal pro Tag die Gesellen und Kunden am Hofe besuchen und für Wasser und Brot mit ihnen sprechen. Die getroffene Abmachung sei keinen Pfifferling wert. Die Frau, welche die Abmachung mit der guten Fee im Kopf hatte und an den Jüngling denken musste, wollte sich damit nicht abfinden und stellte den Herren auf die Probe. Dieser hat nun etwas Zeit zu beweisen, dass er auf der richtigen Seite des Märchens steht oder er wird die Frau des Softwareentwicklers nie wieder sehen. 

Die sucht jetzt nämlich eine neue Stelle. Das Vertrauen in den Arbeitgeber und die Anerkennung ihrer Leistung ist nämlich nicht mehr gewährleistet. Hoffen wir, dass nach Kündigungsschluss, mit den gestellten Anforderungen, in erreichbarer Entfernung und vereinbar mit dem Kitaplatz irgendwas zu finden ist…sind ja nun nicht gerade wenig Vorgaben.

Drückt mir die Daumen!

Maleficent

Erste Hilfe für Babys und Kinder II

Mit dem zweiten Kurs beendeten wir unsere Auffrischung zum Nothelfer. Wir bekamen ein Diplom eine Bescheinigung und fühlten uns alle etwas besser.

Dieses Mal waren die Brandverletzungen am schlimmsten mit anzusehen. Stufe 1: Sonnenbrand kenne ich zur Genüge und wird mir wohl auch weiterhin oft begegnen. Stufe 2: Blasenbildung finde ich schon recht eklig und konnte Stufe 3: schwarze nekrotische Hautverfärbung gar nicht mehr mit ansehen. Boar ist so was eklig.
Auch Insektenstiche, Sonnenstich, Erbrechen, Durchfall, Zahnunfälle, Schock und die Notfallapotheke waren Themen, die wir genauer ansahen. So bekam ich heraus, dass meine Notfallapotheke etwas umfangreicher ausfällt als das übliche Standartmodel und keinerlei Arnikakügelchen oder Globuli aufweist. Für den Umfang machte ich meine erfindungsreichen Schüler verantwortlich, da sich tatsächlich in unserer Urlaubsapotheke ausser Kopfschmerztabletten und Pflaster wenig finden lässt. Wer allerdings schon mal mit 10-52 Teenagern einen Tag über Stock und Stein gewandert ist wird die Notfallapotheke wohl ähnlich kompakt planen wie ich.

  • Pflaster (gross, klein, Blasenpflaster)
  • Handschuhe
  • Kühlgel
  • Schere und Pinzette
  • Verbandsmaterial (Kompresse, Gaze, Elastik und selbstklebend)
  • Traubenzucker
  • Desinfektionsmittel

Ich bin sicher dem ein oder anderen fällt da auch noch mehr ein. Überrascht hat mich eine Kompresse mit Gelseite, die bereits auf der Wunde kühlt und ein Rollverband, der genau diese ohne viel kleben oder klemmen an Ort und Stelle hält.

Alles in Allem war ich leider nicht mehr so ganz bei der Sache und habe viel in meinem Heftchen rumgerkitzelt. Wir haben wiederholt, besprochen, gelernt und auch ein oder zwei praktische Beispiele durchgespielt aber gewisse Teilnehmer fand ich etwas anstrengend. Gut waren die beiden Kursleiterinnen weiterhin voll motiviert und liessen sich auch dann nicht beirren als die gleiche Antwort zum 53. Mal genannt wurde.

Danke für den Kurs (klick hier!), aber wie beim Defi hoffe ich natürlich, dass ich es (zumindest die heftigen Dinge davon) nienieniemals brauchen werde.

nfk

Shopping³

Frauen und einkaufen…was soll ich da noch erzählen?
Innerhalb der letzten paar Tage haben die Polly und ich schon drei mal aufgesattelt und die Läden unsicher gemacht. Sogar über die Landesgrenze hinweg! Der Aufhänger war ein neues Kleid für mich und ein hinreissendes erstes Kleid für sie. Der Polyball steht dieses Jahr wieder vor der Tür und der Tanzkurs will ja irgendwo auch umgesetzt werden, nicht wahr? Natürlich landete bei mir dann alles ausser einem Kleid in der Tüte. War doch klar. Ansonsten gabs echt viel zu sehen, da war ein Grosseinkauf im DM, neue Postkarten für die Sammlung und das ein oder andere Tshirt.
Am Ende stand ein klitzekleiner Laden mit netter Beratung und sehr engagierten Mitarbeitern, die Kleid um Kleid anbrachten und mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg hielten. Neben Stolas und Jäckchen zauberten sie sogar Schuhe in einer winzigen 35 hervor! Das muss man sich mal auf die Ecke eines Notizzettels malen, wer hat so klitzekleine Füsse und wer hat das mal eben so rumstehen?!

Nur wenige Stunden später führt uns der Weg in die Boutique des Vertrauens, wo wir über eine Stunde diverse Kleider ausprobierten. Lassen Sie sich nichts anderes erzählen, natürlich kam ich nicht wegen dem Essen, sondern den tollen Stoffen der Gesellschaft. Was für ein Spass, ähnlich wie Verkleiden spielen, als man noch Kind war. Strass, Satin, Herzausschnitt, Neckholder, Ärmelchen, Pailletten, Rüschen, Farbschattierungen und Gelächter…nirgends kann man mehr Mädchen sein als in einer Umkleidekabine mit der Freundin! Unter ihrem Einfluss hatte ich ein komplett mit grünen Pailletten besetztes Kleid an und fühlte mich wie Ariel 🙂 Auch ein anderes Kleidchen: weitschwingend, geschnürt und in hellgrün kam in die engere Auswahl.

Heute, die letzte verzweifelte Tat in den allgemein bekannteren Geschäften. Obwohl das spannendste eigentlich der Weg dorthin war. Also ganz nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ lernten wir neue Teile der Stadt kennen und brachten das Navi an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Nach drei mal falsch abbiegen wurden wir dann mit 60 statt 20 Minuten Fahrtzeit gestraft. Gut haben wir irgendwie immer was zu quatschen!
Leider schon recht pleite liessen wir nach einigen Stunden jedoch Jacken, Hosen und eine ganze Farbpalette an Kleidern zurück. Das Richtige war wohl nicht dabei.

Trotzdem will ich euch meinen heutigen Favouriten unter den „normalen Sachen“ nicht vorenthalten. Beide kommen von Desigual und sind ein (Überraschung) grünes Kleid und ein toller Rock. In den Rock bin ich heftig verliebt, so ein tolles Teil und tatsächlich mit normalen Sachen kombinierbar. Ja, das Foto ist langweilig, aber in echt lohnt er sich. Die vielen Knöpfe und kleinen Schmetterlinge sind nur zusätzlich toll. Das Kleid glitzert und schwingt, so dass man sich einfach hübsch fühlt. Frau zeigt ihre Kurven und trotzdem ist es bequem. Was will man mehr?

In zwei Tagen treffen wir uns schon wieder. Dieses mal aber in Begleitung der restlichen Truppe. Das wird ein Spass!

P.S. Auch die Polly hat gerade über unser Abenteuer geschrieben, verrück.

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Der Freund holt mich

Heute war so ein Tag, der hat geruckelt und gebuckelt, wie so ein Rodeotier… Oder eben ein Teenager in seiner besten pubertären Phase. Suchen sie sich was aus.

Mein Tag ging heute auch doppelt so lang, wie ein normaler Arbeitstag. Da komm mir noch mal jemand mit seinem Lehrer-haben-immer-Ferien-Argument!

Eigentlich sollte heute Vormittag entspannt werden, wäre er auch geworden, wenn nicht die sechzig jugendlichen darin hätten platz finden müssen. Viel wenn und hätte, das ich da gerade schreibe. Es war nicht schlecht, einfach etwas holprig. Der Tag begann mit 11 hubbeligem Jugendlichen und sechs Krankmeldungen. Der geplante Vortrag war mehr schlecht als recht vorbereitet, was das Publikum schnell merkte und genüsslich ausnutzte. Bis zum ersten grossen brüllen, 20 min nach Schulbeginn. Der mehr oder weniger zivilisierter Abschluss war weniger der vortragenden Gruppe als vielmehr dem hörsturtz vom Publikum geschuldet.

Die erste Diskussion des Tages folgte auf dem Fusse: warum müssen wir das machen und dürfen nicht an anderen Dingen arbeiten, ich hab das nicht gewusst?! Weil wir das seid zwei Wochen planen, ihr dafür Abgestimmt habt und ich es seid letzter Woche in eure täglichen Unterlagen schreibe. Den verständnislosen Gesichtern nach war das wohl nicht die erhoffte Antwort.

Die nächste Lektion brachte mir 2 zufrieden grinsende Schüler und 15 ahnungslose Gesichter – hausaufgabenkontrolle stand auf dem Plan. Die anschliessende ruhig, nachdenkliche, hinterfragende Stunde zu Rilkes Panther war von der achten Klasse eindeutig nicht so geplant. Nun haben sie neue Hausaufgaben und werden morgen ausschliesslich schriftlich arbeiten.

Die Klasse der ersten Stunde riss sich am Riemen und legte eine zwar unruhige aber interessante Stunde zu ihrem Thema hin und versöhnte mich so wieder etwas mit der Welt. Das die Kollegen heute ihre Klassen ähnlich empfanden tat sein übriges.

Die Stunde danach bestritt meine (momentan) inoffizielle Lieblingsklasse. Die geht so in ihrem Thema auf, dass wir beschlossen haben zu expandieren, es gibt so viele Ideen und Motivation, dass ich leicht beduselt und mit einem irren Lächeln aus der Klasse trat. Hier ist es im Moment nur eine Organisationsfrage, wir haben einfach zu wenig Zeit!

Wenn es um ihre Zukunft geht ist die nachfolgende klasse immer erstaunlich faul und wartet auf ein Angebot auf einem goldenen Tablett. Hier bitte, ihr haben diesen Beruf nur für dich gebacken, bitte nimm ihn doch. Ich bin es gewohnt, konzentrierte mich auf die sechs fleissigen/ verpflichteten Schüler. Müde war ich trotzdem, Montage sind immer ein harter Schlag.

Umräumen, umbauen,schieben,wischen, machen….so ein Elternabend sind nicht nur die 50 Minuten in denen man als Elternteil auf einem Stuhl sitzt und sich berieseln lässt, sondern da wird schon lange vorher dran geschafft. Endlich fertig und aufgehübscht stellte ich mich meinen Eltern, die erstaunlich ruhig, informiert und vor allem dankbar (?) waren. Die Schule übernimmt viel an der Berufswahl, Bewerbungen, Lebenslauf, Veranstaltungen, Aktualitäten… natürlich habe ich mir Hilfe erbeten aber auch aufgezeigt, was wir anbieten. Ob die Kids das nutzen wird sich bei der neuen Klasse noch zeigen. Jetzt gerade tippe ich auf so Lala, die üblichen verdächtigen eben ☺️

Der schnelle Blick in die oben erwähnten schnarchenden bringt Ernüchterung. Obwohl gar nicht dafür zuständig muss ich plötzlich rede und Antwort stehen. Die Familie muss Schon enorm viel übernehmen, die. Kinder informieren zu Hause gar nicht und warum die Schule nicht gleich die komplette Berufswahl macht, schliesslich kennt man als Eltern die Berufe ja nicht. Informiert muss man werden, am besten täglich, und eben die viele Arbeit! Blah… Meine höchsteigene Meinung war hier besser nicht gefragt. Meine Rettung war dann eine Mutter, die erzählte, wie das in anderen Schule läuft und was sie denn bitte für Vorstellungen hätten…am Ende des Satzes schlich ich mich aus dem Zimmer. War ja nicht meine verantwortliche Klasse. Hihi.

Eben jene Mutter passte mich an der Bushaltestelle nochmals ab und bedanke sich für die Berufswahl und die Arbeit die dahinter steckt. So wurde aus dem ruckeligen Rodeo doch noch ein geschmeidiger Abgang. Danke. Auch Lehrer brauchen solche streicheleinheiten ab und zu.

Am Ende holte der Liebe Freund meine müden Körper vom Zug ab. Das war herrlich, einfach anlehnen und ohne Verantwortung für busnummer, Zeit, Haltestelle oder sonstiges den Tag beenden. 😉 Auch dafür Danke.
Von dem elterlichen Wunsch, dass die stark Legasthenie geplagten Kinder neben der Schule zu bildungs- und Lesezwecken Kafka und Grass lesen sollten, später mehr.

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Das Hamsterrad

die Auto cd ist wohl so was wie das mix-Tape von früher. Alle die nicht über ihr synchronisiertes Handy oder irgendwelche sonstigen Geräte Musik hören, kennen und schätzen die auto cd auf langen Reisen. Auch wir haben welche, meistens noch schnell in letzter Minuten zusammengeflickt.

Nun besuche ich die Heimat und die bitte nach einer solchen cd schwirrte hier schon einige Zeit rum. Kein Ding, den Abend nehmen wir uns kurz 10 Minuten Zeit und dann genießen wir alle einen mädelsabend. War ja erst halb acht.

Computer starten und darauf warten, dass sich dieses kleine blaue Rädchen wieder beruhigt, damit man schaffen kann. Die Schwester behandelt solang draußen ihre handyhülle mit Nagellackentferner, aus Rücksicht versteht sich. Die erste verzweifelte Suche nach einem, dem Jahrhundert entsprechenden, Browser ist ernüchternd. Der Internet Explorer grinst mich frech an und sofort brauch der Rechner Zeit, um sich von dem Schock zu erholen. Der taskmanager geht nicht auf und es ist bereits Dreiviertel neun.

Eine Duftwolke kündigt die verschollene Schwester an und draußen fällt die Sintflut vom Himmel. Drinnen versuche ich seid einigerzeit wenigstens Google Chroms zu installieren, nebenbei haben ich schon drei Folgen meiner aktuellen Serie geguckt. Der Explorer und mit ihm mein Installationsprogramm stürzt zum vierten Mal kopfüber ab und (für mich ganz unerwartet) der taskmanager öffnet sich. Die Schwester informiert mich, dass sie keine Lust auf den geplanten Mädchen Tag hat und verschwindet singend mit ihrem Handy im Zimmer. Auf dem deutlich kleineren Bildschirm sind verschiedene Apps geöffnet, es läuft problemlos Musik und sie schreibt nebenbei einen Roman an ihre Freunde. Mein geliehener pc dreht sein blaues Rad – Ich knirsche mit den Zähnen.

Halb zehn erwarte ich die Familie zurück, jeder normale Mensch mit einem halbwegs normalen Computer hätte in der Zeit wohl schon eine eigene Plattenfirma gründen können. Ich öffne nach 17 Minuten das erste Mal das neu aufgesetzte Chrome und bekomme gleich eine virenwarnung, dass Chroms geblockt wird, weil hier trojanische Pferde unterwegs sind. Glaubt mir, niemand hätte die Geduld, auf diesem pc ein komplexeres programm als solitär zu installieren, schon gar nicht ein Pferd und sei es noch so trojanisch. Ich versuche Avira mitzuteilen, dass ich Google trotzdem öffnen möchte. Schließlich versuche ich es mittlerweile seid zwei Stunden und zehn Minuten.

Die Familie ist wieder da und hat sich dem Abendprogramm entsprechend in ihre Bestandteile zerlegt. Ich öffne tatsächlich Google, starte die 5. Folge meiner Serie und gebe mich der irrwitzigen Hoffnung hin, gleichzeitig zwei (z w e i !!) Tabs zu öffnen. Die Schwester schleicht raus und beobachtet fasziniert, wie wir 9 Minuten brauchen, um ein Lied bei youtube zu öffnen. Fast meine ich die beruhigenden Geräusche eines Modems zu hören, so beruhigende, durch und durch solide Technik eben.

22:47 meine Geduld ist am Ende. Meine Schwester schläft, mein Bruder hat den Auftrag morgen „schnell mal“ die Lieder an seinem pc runter zu laden. So nebenbei. der pc fährt seid 5 Minuten runter… Irgendwie warte ich darauf einen kleinen erschöpften Hamster zu sehen, der total erschöpft von den letzten drei Stunden in seinem Laufrad liegt und kleine stromblitze an den Computer schickt. Nix zu sehen.

Puh, zu Weihnachten gibt es für die einen ein tablet und für die anderen einen Hochschulkurs in computerpflege. Nie wieder ohne meinen Laptop!!

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